Das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) in Bamberg untersucht Bildungsprozesse von der Geburt bis ins hohe Erwachsenenalter. Um die bildungswissenschaftliche Längsschnittforschung in Deutschland zu fördern, stellt das LIfBi grundlegende, überregional und international bedeutsame, forschungsbasierte Infrastrukturen für die empirische Bildungsforschung zur Verfügung.
Ein Kern des Instituts ist die größte Langzeit-Bildungsstudie in Deutschland, das Nationale Bildungspanel (NEPS), das am LIfBi beheimatet ist und die Expertise eines deutschlandweiten, interdisziplinären Exzellenznetzwerks vereint. Weitere Großprojekte, zu denen das LIfBi Längsschnitt-Daten erhebt bzw. bereitstellt, sind neben den Geflüchtetenstudien ReGES und BildungswegeFlucht auch die Inklusionsstudie INSIDE sowie die Monitoringstudie Data Literacy. Grundlage dafür sind die eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, insbesondere die fundierte Instrumenten- und Methodenentwicklung für längsschnittliche Bildungsstudien, von der auch andere Forschungsprojekte profitieren.
Wichtige Arbeiten und Angebote:
- Durch das Nationale Bildungspanel (NEPS) werden repräsentativ für Deutschland Längsschnittdaten zu Kompetenzentwicklungen, Bildungsprozessen, -entscheidungen und ‑renditen in formalen, nicht-formalen und informellen Kontexten über die gesamte Lebensspanne erhoben. In sieben Startkohorten werden insgesamt über 70.000 Teilnehmende begleitet – von der frühen Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter. Zusätzlich werden etwa 50.000 Personen aus deren Umfeld, wie z.B. Eltern und pädagogisches Fachpersonal, befragt.
- Das Forschungsdatenzentrum des LIfBi (FDZ-LIfBi) bereitet die Erhebungsdaten der Großprojekte am LIfBi nutzungsfreundlich auf und stellt diese kostenfrei als Scientific-Use-Files für wissenschaftliche Analysen zur Verfügung. Das Angebot umfasst die umfangreichen NEPS-Daten ergänzt um spezielle NEPS-Datenprodukte, die Längsschnitt-Daten der Geflüchtetenstudie ReGES, der TAEPS-Studie zu Lehrenden im Bereich der Erwachsenen- und Weiterbildung, der GUS-Studie zum Gesundheitsverhalten von Schülerinnen und Schülern und weitere einzigartige Datensätze, z.B. der Regionalstudie BiLO. Das vollständige Angebot an Forschungsdaten des LIfBi und die dazugehörigen Dienstleistungen sind über das Daten- und Serviceportal des FDZ-LIfBi hier abrufbar.
- Das DFG-Infrastruktur-Schwerpunktprogramm „New Data Spaces for the Social Sciences“ (SPP 2431)hat zum Ziel, technische und methodische Lösungen für die Zukunftsfähigkeit von Panelerhebungen zu erforschen und zu erarbeiten, sie mit Daten aus anderen Quellen anzureichern und so den Weg für sozialwissenschaftliche Forschung zu zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen weiter zu ebnen. „New Data Spaces“ wird durch das am LIfBi angesiedelte übergreifende Projekt CONNECT koordiniert und gemanagt. Das SPP 2431 enthält zudem ein „Research Infrastructure and Innovation Lab“ (ENTAILab), das insgesamt vier Measures umfasst. Die Measure 4 „Results for Future Data Spaces and Open Science“ sowie zwei Projekte innerhalb des Schwerpunktprogramms (SPP) sind ebenfalls am LIfBi angesiedelt.