Die Bremer Initiative zur Stärkung frühkindlicher Entwicklung (BRISE) ist eine Langzeitstudie, die Effekte frühkindlicher Förderung systematisch untersucht. Frühkindliche Förderung von Kindern aus sozioökonomisch und kulturell benachteiligten Familien dient der Prävention von Disparitäten im kognitiven und sozialen Leistungsstand. Die Erfahrungen in Bremen unterstützen eine Politik der frühen Kindheit darin, allen Kindern gleiche Chancen zu eröffnen, sie in ihrer Entwicklung zu fördern, zu beteiligen und zu schützen.
Mit BRISE wird erstmals eine Langzeitstudie zu einem regional großflächig angelegten Förderprogramm durchgeführt. Alltagsintegrierte, zumeist bereits in Bremen vorhandene Angebote zur frühkindlichen und vorschulischen Förderung in den Familien und in den Kindertageseinrichtungen werden systematisch zu einer Maßnahmenkette verknüpft. Die Maßnahmenkette setzt bereits während der Schwangerschaft ein und reicht bis zum Schuleintritt des Kindes. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für insgesamt zwölf Jahre geförderte wissenschaftliche Begleitforschung von BRISE geht der Frage nach, welche kumulativen Effekte ein koordiniertes Förderprogramm auf die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung der Kinder hat. Als Vergleichsgruppe werden Kinder betrachtet, deren Familien nach eigenem Ermessen die Förderangebote in der Stadtgemeinde Bremen nutzen. Über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren wurden insgesamt 550 sozioökonomisch und kulturell benachteiligte Bremer Familien in die Stichprobe aufgenommen. Durch die Anbindung sowohl an das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) als auch an das Nationale Bildungspanel (NEPS) kann BRISE auf weitere hochwertige Vergleichsdaten zurückgreifen.
Der nationale Bildungsbericht für Deutschland benennt alle 2 Jahre Leistungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen des deutschen Bildungssystems. Er rückt bedeutsame Übergänge und Schnittstellen im Bildungswesen ins Blickfeld und folgt dabei dem Leitgedanken von Bildung im Lebenslauf: vom Elementarbereich über den Schulbereich, die berufliche Ausbildung und die Hochschule bis hin zur Weiterbildung im Erwachsenenalter.
Der Bericht bietet damit Bildungspolitik und Administration Unterstützung bei ihren Steuerungsaufgaben, trägt wesentlich zur Transparenz aktueller Entwicklungen im Bildungsbereich bei und schafft eine wichtige Diskussionsgrundlage für Bildungspolitik und Öffentlichkeit.
Dieses umfassende Orientierungswissen beruht zum einen auf einer
kontinuierlichen Recherche, Systematisierung und Zusammenstellung von
Informationen zu politischen, rechtlichen und fachlichen Entwicklungen
im Bildungswesen, zu denen bildungsbereichs- oder länderübergreifende
Darstellungen sonst weitestgehend fehlen würden; zum anderen fußt er auf
einer empirischen Bestandsaufnahme aller verfügbaren repräsentativen
und fortschreibbaren Daten und Befunde aus amtlichen Quellen sowie
sozialwissenschaftlichen Erhebungen. Die Daten werden systematisiert,
mit Blick auf übergreifende Fragestellungen (re-)analysiert und in ihren
gesellschaftlichen Auswirkungen und Erträgen interpretiert.
Die Grundlage dafür bildet ein überschaubarer, systematischer,
regelmäßig aktualisierbarer Satz von statistischen Kennziffern, die als
so genannte “Indikatoren” gebündelt
jeweils für ein zentrales Merkmal von Bildungsprozessen bzw. einen
zentralen Aspekt von Bildungsqualität stehen. Diese Indikatoren wandeln
sich mit veränderten Datengrundlagen, wechselnden Schwerpunktsetzungen
und werden insofern kontinuierlich weiter entwickelt.
Das Nationale Bildungspanel (National Educational Panel Study, NEPS) ist eine Studie des LIfBi und steht für ein interdisziplinär zusammengesetztes multilokales Exzellenznetzwerk aus Forschungsinstituten, Forschungsgruppen und Forschungspersönlichkeiten. Die Längsschnittstudie untersucht Bildungsprozesse und Kompetenzentwicklung von früher Kindheit an bis ins hohe Erwachsenenalter, um mehr über Bildungserwerb und seine Folgen für individuelle Lebensverläufe zu erfahren und um zentrale Bildungsprozesse und -verläufe über die gesamte Lebensspanne zu beschreiben und zu analysieren. Die von NEPS erhobenen Daten werden der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft unentgeltlich zur Analyse von Bildungsprozessen zur Verfügung gestellt. Die Konzeption von NEPS ermöglicht mittel- und langfristig einen Beitrag zur Beantwortung u.a. folgender Fragestellungen:
- Wie entfalten sich Kompetenzen im Lebenslauf?
- Wie beeinflussen Kompetenzen Entscheidungsprozesse an verschiedenen kritischen Übergängen der Bildungskarriere (und umgekehrt)?
- Wie und in welchem Umfang werden Kompetenzen von Lerngelegenheiten in der Familie, in der Gleichaltrigengruppe und in den Lernumwelten Kindergarten, Schule, Hochschule und Berufsausbildung sowie Weiterbildung beeinflusst?
- Welche Kompetenzen sind für das Erreichen von Bildungsabschlüssen, welche für lebenslanges Lernen und welche für ein erfolgreiches individuelles und gesellschaftliches Leben maßgeblich?
INSIDE liefert in zwei Projektphasen erstmalig umfassende und belastbare Informationen zur aktuellen Umsetzung von schulischer Inklusion in der Sekundarstufe I sowie zum Übergang von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Sekundarstufe II, in das berufliche Ausbildungssystem oder eine andere Lebenssituation. Mit Befragungen von verschiedenen, an Inklusion beteiligten Personengruppen wie Kinder und Jugendliche mit und ohne sonderpädagogische Förderbedarfe, Eltern, Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulbegleitungen schafft INSIDE eine fundierte Datengrundlage. Diese kann einerseits zur Schaffung einer Grundlage für politische Zielsetzungen zur Förderung von Inklusion im Schulalltag und am Übergang in Ausbildung und Beruf beitragen, andererseits wird sie der wissenschaftlichen Gemeinschaft für weitere Forschungszwecke zur Verfügung gestellt.
Gemeinsamer Bezugspunkt dieses Netzwerkes sind die Hamburger Längsschnittstudien LAU (Aspekte der Lernausgangslage und Lernentwicklung) und KESS (Kompetenzen und Einstellungen von Schüler*innen), die ab 1995 von der Freien und Hansestadt Hamburg generiert wurden. In beiden Studien wurde eine komplette Jahrgangskohorte von der 5. Klasse bis zum Abitur bzw. Ende der beruflichen Erstausbildung längsschnittlich verfolgt. Zum Einsatz kamen neben Leistungstests Fragebögen zu Personmerkmalen, schulischen sowie unterrichtlichen Variablen und zum familiären Hintergrund der befragten Schulkinder.
LAU und KESS sind bislang überwiegend in deskriptiven Berichten dokumentiert sowie durch einige wenige vertiefende Analysen zu ausgewählten Fragestellungen. Wie bei vielen Datensätzen in der Empirischen Bildungsforschung ist auch das Analysepotential der LAU- und KESS-Daten bei Weitem nicht ausgeschöpft. Vor diesem Hintergrund gründete sich im Sommer 2012 das wissenschaftliche Konsortium MILES unter der Leitung von Prof. Dr. Olaf Köller. Auf Basis eines Vertrages zwischen der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) und dem IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik wurden die LAU- und KESS-Daten dem MILES-Konsortium für vertiefende wissenschaftliche Sekundäranalysen überlassen. Seit dem Winter 2012/13 erfolgte sukzessive der Transfer der Datensätze an das IPN, wo die Dokumentation der Studien überarbeitet und vervollständigt wurden. Es wurde außerdem eine neue Skalierung der Leistungsdaten mit dem Ziel eines über alle Messzeitpunkte und über beide Studien einheitlichen Skalierungsmodells vorgenommen. Daneben wurde mit RemoteMILES eine Infrastruktur geschaffen, die ein zentrales Vorhalten der Daten ermöglichte und Kooperationen zwischen den Konsortiumsmitgliedern bei der unmittelbaren Datenanalyse begünstigte. Parallel zu diesen Vorbereitungsarbeiten wurden im wissenschaftlichen Konsortium Fragestellungen identifiziert, diskutiert und ausgearbeitet, für deren Bearbeitung die LAU- und KESS-Daten ein besonderes Analysepotenzial bieten. Als inhaltliche Schwerpunkte hatten sich dabei Interventionen aus dem familiären Umfeld (Nachhilfe, Auslandsaufenthalte), Schuleffektivität und spezifische Unterrichtsmerkmale (v. a. bilingualer Unterricht) und die Entwicklung sozialer Disparitäten beim Bildungserfolg im Laufe der Schulzeit herauskristallisiert. Dazu wurden methodische Herausforderungen, die sich aus dem aufwendigen Studiendesign ergaben, begleitend oder explizit im Kern der Forschungsprojekte adressiert. Ergebnis dieses Austauschprozesses waren sieben Forschungsprojekte, die auf Basis der LAU- und KESS-Daten bearbeitet wurden.
Im Land Baden-Württemberg entstanden durch die finanzielle Förderung der Hector-Stiftung II seit dem Jahr 2010 rund 60 Hector-Kinderakademien zur Förderung besonders begabter und hochbegabter Grundschulkinder. Die wissenschaftliche Begleitung der Hector-Kinderakademien ist als formative Evaluation ausgelegt, so dass wichtige Erkenntnisse begleitender Untersuchungen unmittelbar in die Arbeit der Hector-Kinderakademien mit einfließen können.
Insgesamt soll untersucht werden, inwieweit die Hector-Kinderakademien zu einer positiven Entwicklung der besonders begabten und hochbegabten Grundschulkinder beitragen können. Darüber hinaus sollen aus den Ergebnissen generalisierbare Befunde zur Entwicklung und Förderung besonders begabter und hochbegabter Kinder abgeleitet werden.
Die BERLIN-Studie war die wissenschaftliche Begleituntersuchung zur Berliner Schulstrukturreform, deren zentrale Merkmale die Zusammenlegung der bisherigen Haupt-, Real- und Gesamtschulen zur neu eingeführten Integrierten Sekundarschule (ISS) und die Neugestaltung des Übergangsverfahrens in die weiterführenden Schulen sind.
Im Zuge der Studie wurde außerdem die Entwicklung eines Leistungstests zur Erfassung der Kompetenzen von Schüler*innen im Bereich Wirtschaft-Arbeit-Technik-Berufsorientierung vorgenommen.
Die FIS Bildung Literaturdatenbank ist die umfassendste Zusammenstellung bildungsrelevanter Fachliteratur im deutschsprachigen Raum. Das Angebot wendet sich an die erziehungswissenschaftliche Forschung und Ausbildung, bedient aber auch in umfangreicher Weise die pädagogische Praxis (Kindergarten, Schule, Sonderpädagogik usw.).
Die Datenbank verzeichnet fachwissenschaftliche Literatur aus allen Teildisziplinen der Erziehungswissenschaft sowie bildungspolitische Schriften und praxisbezogene Texte und Materialien. Es werden sowohl gedruckte als auch online erschienene Zeitschriftenaufsätze, Sammelwerke, Sammelwerksbeiträge und Monografien seit Erscheinungsjahr 1980 mit Schlagwörtern und teilweise Abstracts inhaltlich erschlossen. Direkte Links zu den Zeitschriften-Bestandsnachweisen deutscher Bibliotheken und weitere Verfügbarkeits-Links helfen bei der Beschaffung der Literatur.
Das Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) ist die zentrale, überregionale Infrastruktureinrichtung für die Psychologie in den deutschsprachigen Ländern. Es unterstützt den gesamten wissenschaftlichen Arbeitsprozess von der Literaturrecherche und Studienplanung über die Datenerhebung und -auswertung bis hin zur Dokumentation, Archivierung und Publikation von Ergebnissen. Die Angebote des ZPID orientieren sich dabei an einem idealtypischen Forschungszyklus.
Neben den Infrastrukturangeboten betreibt das ZPID Forschung in den Bereichen “Science Acceptance”, “Psychological Metascience” und “Big Data in Psychology”.
Das ZPID ist dem Gedanken der Open Science verpflichtet und versteht sich als Public-Open-Science-Institut für die Psychologie.
Wichtige Arbeiten und Angebote:
- Das ZPID dokumentiert in der Fachdatenbank PSYNDEX wissenschaftliche Publikationen aus der Psychologie und angrenzenden Disziplinen (z. B. Erziehungs- und Sozialwissenschaften) mit Bezug zur Bildungsforschung zugänglich über das Suchportal PubPsych.
- In der Fachdatenbank PSYNDEX Tests dokumentiert das ZPID diagnostische Verfahren aus dem Bereich der Psychologie und verwandten Anwendungsbereichen (z. B. Pädagogik, Heilpädagogik, Logopädie), die für bildungsdiagnostische Fragestellungen genutzt werden können. Im Open Test Archive des ZPID werden einzelne Testverfahren für Forschungszwecke kostenfrei zur Verfügung gestellt.
- Das Forschungsdatenzentrum (FDZ) am ZPID unterstützt Psycholog*innen dabei, ihre Forschungsdaten nachhaltig zu bewahren (Archivierung und Dokumentation) und der Fachgemeinschaft geregelt zur Verfügung zu stellen (Austausch). Dabei unterstützt das FDZ sowohl die forschungsbegleitende (DataWiz) als auch die nachgelagerte Dokumentation und Archivierung von Forschungsdaten über das Psychologie-Repositorium PsychArchives.
- Das Institut beteiligt sich an Forschungsarbeiten zum Monitoring der Bildungsforschung in Deutschland.
- Im Forschungsbereich Science Acceptance wird untersucht, wie Menschen über Wissenschaft denken und Forschende sowie deren Erkenntnisse beurteilen. Dieser Bereich umfasst das „Science Reception Lab” um Jun.-Prof. Dr. Marlene Altenmüller, das „Social Influence Lab” des Direktors Prof. Dr. Kai Sassenberg und Forschungsprojekte um den Forschungskoordinator Dr. Tom Rosman.
- Der Forschungsbereich Psychological Metascience fasst die Ergebnisse psychologischer Forschung zusammen, untersucht ihre Belastbarkeit und analysiert, wie Ergebnisse durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Der Bereich besteht aus dem Metascience Lab unter der Leitung von Jun.-Prof. Kinga Bierwiaczonek sowie aus Forschungsprojekten unter der Leitung von Dr. Tanja Burgard und Dr. André Bittermann.
- Im Forschungsbereich Big Data in Psychology wird untersucht, wie theoriegestützte Forschung Big Data Methoden verbessern kann, und wie diese Methoden neue Erkenntnisse für die Psychologie liefern können. Der Bereich umfasst zur Zeit das Moral Computing Lab um Jun.-Prof. Dr. Frederic Hopp.
Das assoziierte Mitglied ZIB | Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien e.V. betreibt Bildungsforschung im Bereich der internationaler Bildungsvergleichsstudien und leistet so einen bedeutenden Beitrag zur Qualitätssicherung von Bildung. Zu den zentralen Aufgaben gehört die Planung, Durchführung und Auswertung der PISA-Studien in Deutschland. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf Forschungsprojekten, die sich mit den Methoden bei Datenerhebung und -auswertung der PISA-Studien und anderer internationaler Bildungsvergleichsstudien (sogenannte Large-Scale-Assessments, kurz LSA) befassen. In seinen weiteren Forschungsarbeiten konzentriert sich das ZIB hauptsächlich auf praxisrelevante Fragestellungen. Das Zentrum legt dabei auch Wert darauf, Fragestellungen von Akteuren aus der Bildungspraxis einzubeziehen. Es analysiert vorhandene Daten vertiefend und teilt die gewonnenen Erkenntnisse mit der Bildungspolitik und -praxis. Diese nutzen das fundierte Wissen, um Entscheidungen in der Bildungspolitik und -praxis zu treffen und Informationsmaterialien für die jeweiligen Akteure zu entwickeln. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit drei Mitgliedern des LERN-Netzwerks, dem DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, dem IPN | Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik und dem IQB I Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen. Das ZIB ist ein An-Institut der Technischen Universität München. Es wird von Bund und Ländern gefördert.
Wichtige Arbeiten und Angebote:
- Das ZIB ist verantwortlich für die nationale Koordination und Durchführung der PISA-Studie und engagiert sich darüber hinaus bei deren internationaler Weiterentwicklung.
- Die Forschung am ZIB konzentriert sich maßgeblich auf die drei Bereiche: Bildungsmonitoring, Begleitforschung zu PISA und Methodenforschung.
- Das ZIB engagiert sich in der Nachwuchsförderung im Kontext internationaler Bildungsvergleichsstudien, insbesondere der dabei anzuwendenden Methoden. Dies geschieht hauptsächlich durch Methodenworkshops und mit Nachwuchsakademien.
- Das ZIB steht in engem Austausch mit der Bildungspraxis und Bildungspolitik, um die gewonnenen Erkenntnisse für eine Verbesserung der Bildungsqualität nutzbar zu machen.