Ada*Q

Ziel des Forschungsprojekts „Adaptivität und Unterrichtsqualität im individualisierten Unterricht“ (Ada*Q) ist es, gemeinsam mit den Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises der Robert-Bosch-Stiftung wissenschaftliche Erkenntnisse und praxisrelevantes Wissen zum produktiven Umgang mit Heterogenität im Unterricht zu generieren.

Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses steht die Adaptivität des Unterrichts. Das heißt, es soll untersucht werden, inwieweit Unterrichtskonzepte der Differenzierung und Individualisierung dazu beitragen können, eine möglichst gute Passung zwischen dem Unterrichtsangebot der Lehrenden und den individuellen Lernvoraussetzungen der Schüler*innen herzustellen. Dabei soll auch untersucht werden, welche Bedeutung Unterrichtsqualität für diese Passung hat.

Projektflyer

ReCo

Im Projekt „Automatic Response Coding“, kurz ReCo, dreht sich alles um Textantworten in Tests. Lautet eine eingegebene Antwort im PISA-Test etwa, „Dem Autor geht es darum, dass die Bäume erhalten bleiben.“, so kann die Software ReCo unter anderem automatisch einschätzen, ob diese Antwort richtig ist. Aber auch andere Informationen, etwa ob damit Wissen über den Text hinausgehend hinzufügt wurde, können automatisch extrahiert werden.

Die Software ReCo wurde anfänglich an der Technischen Universität München (TUM) und im ZIB entwickelt. In Kooperation mit beiden Institutionen wird ReCo nun am DIPF im Zentrum für technologiebasiertes Assessment (TBA-Zentrum) weiterentwickelt. Das Projekt fasst die allgemeine ReCo-Entwicklung sowie Forschungsstudien rund um den Einsatz der Software zusammen. Dabei zeichnet die TBA-Gruppe einerseits für die konzeptuelle und technische Fortentwicklung verantwortlich, andererseits agiert sie als Projektleitung etwa im Projekt ReCo-Multi und unterstützt externe Forschungsgruppen in der Anwendung der Software.

GeLiNu

Geringe Literalität („funktionaler Analphabetismus“) und Numeralität, also Schwierigkeiten im Umgang mit Mathematik, im Erwachsenenalter ziehen oft erhebliche Einschränkungen im Leben der Betroffenen nach sich.

Um den Herausforderungen geringer Literalität/Numeralität zu begegnen, sind gezielte bildungspolitische und pädagogische Maßnahmen nötig. Hierfür ist ein umfassendes Verständnis der Ursachen geringer Literalität/Numeralität unabdingbar. Leider liegt auf Basis der existierenden Forschung ein solch umfassendes Verständnis insbesondere der Verursachungsfaktoren geringer Literalität/Numeralität noch nicht vor. Hauptgrund hierfür ist das weitgehende Fehlen längsschnittlicher Daten. Für Deutschland wie auch im internationalen Kontext fußt die bisherige Forschung fast ausschließlich auf Studien, die auf Grundlage einmaliger Datenerhebungen das Phänomen zu analysieren versuchen. Sie erlauben kaum Aufschluss darüber, wie geringe Literalität/Numeralität entstehen – und unter welchen Bedingungen sie sich über die Zeit verändern lassen.

Das Kooperationsprojekt will Risiko- und Schutzfaktoren für die Entwicklung und Veränderung geringer Literalität und Numeralität bei deutschen Erwachsenen identifizieren. Mithilfe der Daten aus dem Nationalen Bildungspanel (NEPS) sollen zwei übergeordnete Leitfragen zu geringer Literalität/Numeralität unter deutschen Erwachsenen beantwortet werden:

  1. Veränderbarkeit: Wie stabil ist geringe Literalität/Numeralität und wie veränderbar ist sie? Wie vielen Personen gelingt es im Zeitverlauf Kompetenzen hinzuzugewinnen, so dass sie den Definitionsbereich geringer Literalität/Numeralität verlassen? Wie viele Personen rutschen über die Zeit in diesen Bereich ab?
  2. Verursachungskomplexe: Welche individuellen (z. B. kognitive und nicht-kognitive Grundfertigkeiten), strukturellen und kontextuellen Faktoren (z. B. Erwerbstätigkeit, Familiengründung) beeinflussen die Wahrscheinlichkeit solcher Kompetenzzuwächse und -verluste?

REACH

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Kooperationsprojekt „Zugänge zu jungen Erwachsenen mit geringen Schriftsprachkenntnissen” („REAching young adults with low ACHievement in literacy“, REACH) wird von der Stiftung Lesen geleitet. Im Fokus von REACH stehen junge Erwachsene zwischen 16 und 35 Jahren auf dem sog. alpha-Level 3, die eine besondere Gruppe unter den lesefernen Erwachsenen bilden: Sie können für ihren beruflichen Lebensweg besonders stark und nachhaltig von Förderangeboten profitieren.

REACH Fokus
Das Vorhaben fokussiert junge Erwachsene im Alter von 16 bis 35 Jahren, weil …

  • sie für ihren (beruflichen) Lebensweg am stärksten und nachhaltigsten von Förderangeboten profitieren können,
  • ihre frühzeitige Ansprache auf eine Erhaltung und Stärkung der Lesekompetenz in späteren Lebensphasen hoffen lässt,
  • mit ihrer Ansprache zugleich eine Motivation und Befähigung als Lesevorbilder für ihre Kinder möglich ist.

Mit Blick auf Zugangswege besteht die Notwendigkeit der Identifikation von …

  • (Schlüssel-) Personen und Orten, über die Zielgruppen erreicht werden können,
  • kommunikativen Ansätzen und Wegen wie etwa Medien,
  • inhaltlichen Anknüpfungspunkten: Themen, Interessengebiete, Aktivitäten.

REACH Ziele

  • Überprüfung der Eignung von Zugangswegen, die bereits aus der Praxis abgeleitet werden können
  • Identifikation und Prüfung durch eine möglichst differenzierte und genaue Charakterisierung der Zielgruppe
  • Analyse von Lebensbedingungen, Eigenschaften, Verhaltens-und Denkweisen (z. B. Mediennutzung, Aktivitäten in sozialen Netzwerken, Lebens-, Familiensituation, Freizeitinteressen, -gewohnheiten etc.)

Dazu sollen keine neuen Daten erhoben, sondern vorhandene Datenquellen möglichst effektiv genutzt und miteinander verknüpft werden. Anschließend wird eine kleine Zahl von Zugangswegen und Ansprachemöglichkeiten pilothaft umgesetzt und begleitend evaluiert.

DDP-Bildung

Ziel des Verbundprojekts ist es, Domain-Data Protokolle (DDPs), d.h. Muster-Standardprotokolle, zu erstellen, um Qualitätssicherung und Nachnutzung von Forschungsdaten zu sichern. Das Ergebnis werden öffentliche, anpassbare und referenzierbare Protokolle für das Datenmanagement in der Bildungsforschung sein.

Sie beschreiben konkret und auf den spezifischen Datentyp bezogen alle relevanten Aspekte des Forschungsdatenmanagements hinsichtlich Datenqualität, Datenaufbereitung, Datendokumentation, Arbeitsorganisation, Umgang mit rechtlichen Anforderungen sowie FAIR-Prinzipien. Die entwickelten DDPs unterstützen Forschende in der empirischen Bildungsforschung dabei, qualitätsgesicherte und nachnutzbare Daten zu erheben, die den aktuellen Anforderungen an Forschungsdaten im Hinblick auf Reproduzierbarkeit, FAIRness und Open Science mit der Wahrung des Datenschutzes und ethischen Grundsätzen gerecht werden. Darüber hinaus sollen die Protokolle dazu beitragen, den Prozess der Beantragung von Fördermitteln und die damit verbundenen Begutachtungs- und Monitoringprozesse effizienter zu gestalten. Die Protokolle berücksichtigen verschiedene prototypische Erhebungsmethoden der empirischen Bildungsforschung sowie Modelle zur Kostenkalkulation des Datenmanagements in Forschungsprojekten.

Eine technische Umsetzung der entwickelten Protokolle soll mithilfe des Research Data Management Organizer erfolgen, einer Open Source Software zur Planung und Durchführung von Forschungsprojekten. Basierend auf diesen Arbeiten sollen im Projekt auch Richtwerte für die Kosten, die für nachhaltiges und qualitätssicherndes Forschungsdatenmanagement anfallen und in Drittmittelanträgen kalkuliert werden müssen, entwickelt werden.

Individuelle Entwicklungsverläufe

Die Forschungsgruppe „Individuelle Entwicklungsverläufe und institutionelle Rahmenbedingungen über die Lebensspanne“ ist ein auf sechs Jahre angelegtes Gemeinschaftsprojekt des DIPF und des IPN. Das Team wertet vor allem bestehende Datensätze der empirischen Bildungsforschung aus, betrachtet die Befunde aber aus einer übergreifenden Perspektive und setzt sie zueinander in Beziehung.

Der thematische Schwerpunkt der Forschungsgruppe liegt auf der längsschnittlichen Perspektive von Bildungsprozessen und Bildungsverläufen von der Jugend bis ins Erwachsenenalter. Dies umfasst auf der einen Seite eine beschreibende Perspektive: Wie verändern sich Individuen und wie stellen sich Entwicklungsverläufe von der Jugend ins Erwachsenenalter in verschiedenen Lebensbereichen dar. Wie sieht dies für unterschiedliche Personengruppen aus? Inwiefern gleichen sich Entwicklungen etwa in unterschiedlichen Lernkontexten und Schulformen und wie unterscheiden sie sich? Auf der anderen Seite wird aus einer erklärenden Perspektive erforscht, welche Rolle hierbei individuelle Charakteristika einerseits und institutionelle Kontexte andererseits einnehmen. An der Frage nach Geschlechterunterschieden erläutert: Verstärken sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Sekundarschulzeit, und falls sich divergente Entwicklungen beschreiben lassen, sind dies „allgemeine“ Muster oder spielt etwa die Gliederung des deutschen Sekundarschulsystems eine Rolle?

NimoErt

Im Fokus dieses vom BMBF geförderten Projektes stehen nicht-monetäre Bildungserträge in unterschiedlichen Bereichen. In einem gemeinsamen interdisziplinären Verbundvorhaben vom DIW Berlin in Zusammenarbeit mit dem DIPF, der Humboldt-Universität und der Universität Hamburg werden in dem Projekt drei zentrale Bereiche adressiert, in denen nicht-monetäre Bildungserträge anfallen können: (1) physische und psychische Gesundheit (2) nicht-kognitive Fähigkeiten sowie (3) gesellschaftliche und politische Partizipation. In mehreren Arbeitsmodulen werden unterschiedliche Fragestellungen, welche diesen Ertragskategorien zuzuordnen sind, bearbeitet. In dem Netzwerkvorhaben erfolgt insbesondere auch die Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs im Bereich der Erforschung nicht-monetärer Bildungserträge.

Bremen-Evaluation

Mit der Schulgesetznovelle von 2009, die zum Schuljahr 2009/10 in Kraft getreten ist, hat das Land Bremen eine umfassende Schulstrukurreform durchgeführt. Einen Kernbestandteil der Reform stellt die Einführung eines zweigliedrigen Sekundarschulsystems dar, welches sich aus dem Gymnasium und der neu eingeführten Oberschule zusammensetzt. An den Oberschulen, die die bisherigen nicht-gymnasialen Schulformen vereinen, können alle Schulabschlüsse einschließlich des Abiturs erworben werden. Klassenwiederholungen wurden an den Oberschulen abgeschafft. Darüber hinaus soll die Bremer Schulstrukturreform zur Entwicklung inklusiver Schulen beitragen, weshalb etwa die Schulart Förderzentrum aufgehoben wurde. Als zentrale Ziele der Bremer Schulstrukturreform wurden festgehalten, die Leistungsfähigkeit des Bremer Schulsystems zu verbessern und die Kopplung zwischen Elternhaus und Schulerfolg zu reduzieren.

Im Zuge der Einführung der neuen Schulstruktur wurde ein parteienübergreifender Schulfrieden („Bremer Konsens zur Schulentwicklung“) vereinbart, der nun einer externen Bilanzierung unterzogen wurde. Die Evaluation erfolgte durch eine wissenschaftliche Expertisegruppe unter Federführung des DIPF (Sprecher der Expertisegruppe: Prof. Dr. Kai Maaz). Die Auswertungen stützten sich in erster Linie auf schüler*innen- bzw. schulbezogene Kennzahlen aus den amtlichen Schulstatistiken (Schuldatenblatt) sowie vorhandene Leistungsdaten aus dem IQB-Ländervergleich zur Überprüfung der Nationalen Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss und den Hauptschulabschluss. Darüber hinaus wurden Befragungen und Interviews mit verschiedenen Agierenden des Bremer Schulsystems durchgeführt, um tiefergehende Einblicke in schulische Entwicklungstrends und diesbezügliche Herausforderungen zu erhalten. So erfolgte im Rahmen der Evaluation der Schulreform eine Schulleitungsbefragung. Die Schulleitungen erhielten hier die Möglichkeit, sich hinsichtlich ihrer Erfahrungen und Einschätzungen zur neuen Bremer Schulstruktur und deren Entwicklung sowie zu Maßnahmen der Qualitätssicherung und -entwicklung zu äußern. Zentrales Ziel der Befragung war die Generierung belastbarer Informationen zur Akzeptanz und Umsetzung der neuen Bremer Schulstruktur und zur Bewertung vorhandener Instrumente der Qualitätsentwicklung, nicht zuletzt, um mögliche Schwachstellen und Optimierungspotentiale aufzuzeigen.

MultiTex

Im Rahmen des Projekts zu prozessbasierter Diagnostik des Textverstehens mit multiplen Dokumenten wurde ein computerbasiertes Instrument für Studierende entwickelt und validiert, um deren Kompetenz, multiple Dokumente zu verstehen (multiple documents literacy, MDL), zu erfassen.

Um die Anforderungen eines Studiums zu bewältigen, müssen sich Universitätsstudierende aller Fachrichtungen zur Erweiterung ihrer Kompetenzen selbstreguliert mit Informationen ihres Fachgebiets auseinandersetzen können. Beim Lernen beispielsweise müssen sie üblicherweise mit multiplen Quellen und (Text-)Dokumenten arbeiten, die redundante, ergänzende oder sogar widersprüchliche Informationen enthalten können. Dabei müssen sie mehr als nur einzelne Texte verstehen, sondern auch Informationen aus diesen multiplen Dokumenten und Quellen angemessen zueinander in Bezug setzen und integrieren. Bisherige Untersuchungen weisen aber darauf hin, dass Studierende häufig gerade an dieser komplexen Integrationsleistung scheitern. Im Rahmen des Projekts wurde daher ein computerbasiertes Instrument für Studierende entwickelt und validiert, um deren Kompetenz, multiple Dokumente zu verstehen (multiple documents literacy, MDL), zu erfassen. Dabei wurde ein besonderer Schwerpunkt auf zusätzliche prozessbasierte Maße gesetzt, die einerseits als 1) zusätzliche diagnostische Informationen herangezogen und andererseits 2) zur Identifikation von Verarbeitungsstrategien beim Umgang mit multiplen Dokumenten und zur empirischen Prüfung von Theorien der MDL untersucht werden konnten.

IPEA

Der primäre Arbeitsschwerpunkt der Gruppe lag in der Erforschung der Auswirkung der Monitoringsysteme. Im Speziellen ging es um die Untersuchung von Effekten von formativen und summativen Tests, die Folgen von Tests auf unterrichtliche Praxis, Schul- und Systemprädiktoren für inflationierte Testergebnisse, die Verbesserung von Testdesigns und die Funktion von Schulinspektionen und anderen Elemente der Schulevaluation in Verbindung mit standardisierten Leistungstests.

Standardisierte Leistungstests sind seit Jahrzehnten Eckpfeiler des Bildungsmonitorings in den USA und Großbritannien. Seit einigen Jahren finden sich vergleichbare Elemente der Steuerung auch in vielen anderen Staaten. Studien haben gezeigt, dass Steuerungssysteme, die ausschließlich ergebnisorientiert ausgerichtet sind, gravierende Folgen für die Prozesse im Bildungssystem haben können. Die Ergebnisse dieser Studien sind bislang jedoch noch unzureichend, um die Entwicklung effektiverer Systeme voranzutreiben.

Das IPEA ist eine Initiative, die aus der Diskussion um die Folgen standardisierter Leistungstests entstanden ist. Geleitet wurde das internationale Team von Prof. Daniel Koretz von der Harvard Graduate School of Education. Der primäre Arbeitsschwerpunkt der Gruppe lag in der Erforschung der Auswirkung der Monitoringsysteme. Im Speziellen ging es um die Untersuchung von Effekten von formativen und summativen Tests, die Folgen von Tests auf unterrichtliche Praxis, Schul- und Systemprädiktoren für inflationierte Testergebnisse, die Verbesserung von Testdesigns und die Funktion von Schulinspektionen und anderen Elemente der Schulevaluation in Verbindung mit standardisierten Leitungstests.