NimoErt

Im Fokus dieses vom BMBF geförderten Projektes stehen nicht-monetäre Bildungserträge in unterschiedlichen Bereichen. In einem gemeinsamen interdisziplinären Verbundvorhaben vom DIW Berlin in Zusammenarbeit mit dem DIPF, der Humboldt-Universität und der Universität Hamburg werden in dem Projekt drei zentrale Bereiche adressiert, in denen nicht-monetäre Bildungserträge anfallen können: (1) physische und psychische Gesundheit (2) nicht-kognitive Fähigkeiten sowie (3) gesellschaftliche und politische Partizipation. In mehreren Arbeitsmodulen werden unterschiedliche Fragestellungen, welche diesen Ertragskategorien zuzuordnen sind, bearbeitet. In dem Netzwerkvorhaben erfolgt insbesondere auch die Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs im Bereich der Erforschung nicht-monetärer Bildungserträge.

NEPS

Das Nationale Bildungspanel (National Educational Panel Study, NEPS) ist eine Studie des LIfBi und steht für ein interdisziplinär zusammengesetztes multilokales Exzellenznetzwerk aus Forschungsinstituten, Forschungsgruppen und Forschungspersönlichkeiten. Die Längsschnittstudie untersucht Bildungsprozesse und Kompetenzentwicklung von früher Kindheit an bis ins hohe Erwachsenenalter, um mehr über Bildungserwerb und seine Folgen für individuelle Lebensverläufe zu erfahren und um zentrale Bildungsprozesse und -verläufe über die gesamte Lebensspanne zu beschreiben und zu analysieren. Die von NEPS erhobenen Daten werden der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft unentgeltlich zur Analyse von Bildungsprozessen zur Verfügung gestellt. Die Konzeption von NEPS ermöglicht mittel- und langfristig einen Beitrag zur Beantwortung u.a. folgender Fragestellungen:

  • Wie entfalten sich Kompetenzen im Lebenslauf?
  • Wie beeinflussen Kompetenzen Entscheidungsprozesse an verschiedenen kritischen Übergängen der Bildungskarriere (und umgekehrt)?
  • Wie und in welchem Umfang werden Kompetenzen von Lerngelegenheiten in der Familie, in der Gleichaltrigengruppe und in den Lernumwelten Kindergarten, Schule, Hochschule und Berufsausbildung sowie Weiterbildung beeinflusst?
  • Welche Kompetenzen sind für das Erreichen von Bildungsabschlüssen, welche für lebenslanges Lernen und welche für ein erfolgreiches individuelles und gesellschaftliches Leben maßgeblich?

Persönlichkeit und Bildungseffekte (PEB)

Ziel des Verbundes war die Erarbeitung eines Konzeptes zur Beschreibung von nicht-monetären Bildungsrenditen im Bildungsbericht der Bundesregierung auf der Basis von theoretischen und empirischen Ansätzen. Das Teilprojekt „Persönlichkeit und Bildungseffekte“ untersuchte, inwieweit Persönlichkeitsveränderungen im Kindes- und Jugendalter durch Bildungsvariablen vorhergesagt werden können, ob die Effekte unabhängig von den kognitiven Kompetenzen der Schüler*innen sind oder die kognitiven Kompetenzen über den Effekt der Bildung hinaus einen Einfluss auf die Persönlichkeit haben und inwieweit im Erwachsenenalter das Kompetenzniveau und die (vorausgegangene) Bildungsteilhabe die Persönlichkeitsstruktur und die Persönlichkeitsveränderung determinieren. Ergänzend sollten im Erwachsenenalter Wechselwirkungen von Persönlichkeit und Kompetenzen auf Outcomevariablen (wie Lebenszufriedenheit) untersucht werden. Die zentralen Datenquellen waren das Nationale Bildungspanel (NEPS), das Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC) sowie insbesondere die ergänzende nationale Längsschnittstudie PIAAC-L.

Fortsetzung “FBF” Startkohorte IV des NEPS

Im Rahmen des Nationalen Bildungspanels (NEPS) werden seit 2010 Jugendliche befragt, die zum Zeitpunkt der ersten Befragung eine 9. Klasse besucht haben. Zu der Stichprobe gehören Schüler*innen von unterschiedlichen Schulformen, z. B. Gymnasien oder Förderschulen.

Mit dem Ende der ersten NEPS-Projektförderphase (31.12.2013) wurde entschieden, Ehemalige von Förderschulen fortan nicht mehr im Rahmen der Hauptstudie zu befragen. Stattdessen sollte externe finanzielle Unterstützung gefunden werden.

In Bezug auf die Förderschüler*innen ist die Fortführung der Befragung insofern von Relevanz, als dass es aktuell kaum Daten zu den Bildungsverläufen dieser Gruppe gibt. Man weiß nur wenig über deren Weg in das Übergangssystem bzw. in die Ausbildung oder in den Arbeitsmarkt.

Mit den vorhandenen Daten des Nationalen Bildungspanels kann man bislang zwar den Weg nach der 9. bzw. 10. Klasse in das Übergangssystem bzw. in die Ausbildung nachzeichnen. Man weiß jedoch noch nichts über den Erfolg oder Misserfolg der Jugendlichen im Anschluss an das Übergangssystem bzw. in der Ausbildung.

Das Hauptziel des Forschungsvorhabens ist es folglich, die ehemaligen Förderschüler*innen weiterhin zu befragen, um zukünftig folgende Forschungsfragen beantworten zu können:

  • Welche Bildungswege schlagen Abgänger*innen von Förderschulen nach Verlassen der Förderschule ein?
  • Welche Jugendlichen schaffen einen direkten Übergang in eine erfolgreiche Ausbildung und wer bricht die Ausbildung frühzeitig ab?
  • Inwieweit helfen Programme des Übergangssystems, z. B. berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, beim Finden eines Ausbildungsplatzes?
  • Haben die berufsvorbereitenden Maßnahmen einen kumulativen Effekt, d.h. sind Mehrfach-Maßnahmen insbesondere für die Gruppe der ehemaligen Förderschüler*innen hilfreich? Oder wirken sie zusätzlich stigmatisierend?
  • Welche Beratungs- und Unterstützungsangebote nehmen die Jugendlichen wahr?
  • Inwiefern gibt es Unterschiede zwischen ihnen und kompetenzarmen Hauptschüler*innen, z.B. in Bezug auf Förderangebote?
  • Und schließlich: Gibt es nach Beenden der Schulzeit bei den Ehemaligen der Förderschule unterschiedliche Kompetenzentwicklungen?

Es wird durch das Projekt erstmalig detaillierte Einblicke in den Werdegang dieser Jugendlichen in Deutschland erwartet. Der Datensatz kann zudem mit anderen Datensätzen, z. B. von der Bundesagentur für Arbeit, verknüpft werden, um weiterführende Analysen durchzuführen.

SPINTAN

Das Hauptziel des SPINTAN Projektes war die umfassende theoretische und empirische Untersuchung immaterieller Güter im öffentlichen Sektor. Dazu wurde der in den Arbeiten von Corrado, Hulten und Sichel (2005, 2009) entwickelte Analyserahmen um den öffentlichen Sektor erweitert. Die Arbeit im Projekt lässt sich in drei Ziele zusammenfassen:

  1. Die Erstellung eines Datensatzes zu immateriellem Kapital im öffentlichen Sektor für einen Großteil der EU-Länder ergänzt um mehrere bedeutende Nicht-EU-Länder.
  2. Die Quantifizierung des Einflusses von immateriellem Kapital im öffentlichen Sektor auf Innovationen, Wohlergehen und „intelligentes“ Wachstum (dies beinhaltet die Bereiche Bildung, F&E und Innovationen sowie der Wandel zur digitalen Gesellschaft).
  3. Das besondere Augenmerk auf die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Sparpolitik auf den erwarteten Aufschwung.

ifo Bildungsbarometer

Das ifo Bildungsbarometer wurde vom ifo Zentrum für Bildungsökonomik im Rahmen des von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten SAW-Projekts „Die politische Ökonomie der Bildungspolitik: Erkenntnisse aus einer Meinungsumfrage“ entwickelt. Basis des ifo Bildungsbarometers ist eine jährliche Meinungsumfrage unter mehr als 4.000 Befragten, die eine repräsentative Stichprobe der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland darstellen.

Die Ergebnisse des ersten ifo Bildungsbarometers 2014 finden Sie auf der Website des ifo Instituts.

CAMCES

Das individuelle Bildungsniveau ist eine zentrale sozio-demographische Variable in standardisierten Umfragen. Es wird üblicherweise über den höchsten erreichten Bildungsabschluss gemessen. Die zunehmende Differenzierung der Bildungssysteme sowie Bildungs- und Arbeitsmigration erschweren die Messung des Bildungsniveaus zunehmend. Ziel des Projektes war es, ein Instrument zur Messung des Bildungsniveaus zu entwickeln, welches 1. auf einer Datenbank internationaler Bildungsabschlüsse zurückgreift, 2. optimierte Fragebogeninstrumente bereitstellt und 3. computergestützten Umfragen erlaubt, Instrument und Datenbank zu verwenden. Dadurch sollte der Umfrageprozess und die Qualität der resultierenden Daten erhöht werden.

PIAAC

PIAAC war eine OECD-geförderte Studie, die zum Ziel hatte – ähnlich PISA – das Kompetenzniveau im internationalen Vergleich zu untersuchen. Bei PIAAC lag der Fokus jedoch im Gegensatz zu PISA auf der Untersuchung Erwachsener. In PIAAC wurden grundlegende Kompetenzen, die zur erfolgreichen Teil­nahme an der Gesellschaft und insbesondere am Berufsleben notwendig sind, untersucht. Damit lieferte PIAAC ein umfassendes Bild des Humankapitals, auf das die Länder im globalen Wettbewerb zurückgreifen können. Das Ergebnis der Studie bot eine fundierte Grundlage für mögliche politische und soziale Interventionen. Die Studie wurde als Bevölkerungsbefragung in 25 Ländern zeitgleich durchgeführt. Die erste Welle wurde 2011/2012 durchgeführt. GESIS wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter Beteiligung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) mit dem nationalen Projektmanagement für PIAAC in Deutschland betraut. Dies inkludierte die Planung der nationalen Erhebung, die Adaption der Erhebungsinstrumente, die Durchführung der Erhebung sowie die Datenanalyse und Berichtslegung. Dieser nationale PIAAC-Bericht wurde zeitgleich mit der internationalen Ergebnispublikation im Oktober 2013 veröffentlicht.

PIAAC-L

PIAAC-L war die längsschnittliche Weiterverfolgung des “Programme for the International Assessment of Adult Competencies” (PIAAC) in Deutschland. Durchgeführt wurde dieses Vorhaben durch ein Konsortium bestehend aus GESIS, dem Sozio-Ökonomischen Panel (SOEP) am DIW Berlin und dem LIfBi. Hierbei wurden die Befragten aus PIAAC in Deutschland und deren Familien zu drei weiteren Zeitpunkten zwischen 2014 und 2017 erneut befragt bzw. mit anderen Kompetenzmaßen getestet.

Forschungsfragen

  • Wie wirken sich individuelle Kompetenzen auf den Erwerbsverlauf der Menschen in Deutschland aus?
  • In welchem Zusammenhang stehen persönliche Fähigkeiten zur beruflichen Mobilität?
  • Wie sind Kompetenzen in einzelnen Familien/Partnerschaften verteilt?
  • Was bedeutet das für die Aufstiegschancen in unserer Gesellschaft?

BEST UP

Studierende aus Familien ohne Hochschulerfahrung sind an deutschen Universitäten nach wie vor unterrepräsentiert, obwohl auch sie vielfach eine Studienzugangsberechtigung erwerben. Welche bildungspolitischen Maßnahmen können dazu führen, dass sie sich häufiger als bisher für ein Studium entscheiden? Dieser Frage ging ein gemeinsames Forschungsprojekt des DIW Berlin und des WZB nach. Die Forschungsfragen wurden am Beispiel Berlins untersucht. Ausgangspunkt der Analyse war ein Berliner-Studienberechtigten-Panel, das Schüler*innen bereits vor dem Abitur zu ihren Studienabsichten befragte. Diese Jugendlichen wurden für mindestens fünf weitere Jahre auf ihrem Lebensweg mit Online-Befragungen begleitet. Darüber hinaus wurde in dem Projekt auch der Einfluss von Auswahlverfahren an den Hochschulen auf die Studienentscheidung untersucht.