Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V. (LIfBi)

Das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V. (LIfBi) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg fördert die bildungswissenschaftliche Längsschnittforschung in Deutschland. Zu diesem Zweck betreibt LIfBi das Nationale Bildungspanel (National Educational Panel Study, NEPS) und stellt am Standort Bamberg grundlegende, überregional und international bedeutsame, forschungsbasierte Infrastrukturen für die empirische Bildungsforschung zur Verfügung. Das NEPS beschreibt und analysiert den Prozess des Bildungserwerbs in Deutschland und seine Folgen für individuelle Bildungsprozesse und -verläufe über die gesamte Lebensspanne. Somit ist die NEPS-Studie die erste Langzeitstudie in Deutschland, die der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft Längsschnittdaten zu Bildungsverlauf und Kompetenzentwicklung von der frühen Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter zur Verfügung stellt. NEPS ist ein interdisziplinäres Exzellenznetzwerk aus Forschungsinstituten, Forschungsgruppen und Forschungspersönlichkeiten, das die Expertise von rund 220 Wissenschaftler*innen an mehr als 30 Standorten deutschlandweit vereint.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Das LIfBi betreibt das Nationale Bildungspanel (NEPS). Dabei werden repräsentativ für Deutschland Längsschnittdaten zu Kompetenzentwicklungen, Bildungsprozessen, -entscheidungen und -renditen in formalen, nicht-formalen und informellen Kontexten über die gesamte Lebensspanne erhoben.
  • Die NEPS-Daten werden der nationalen und internationalen Wissenschaft in Form von Scientific Use Files über verschiedene innovative Zugangswege mithilfe der neuesten Technologie bereitgestellt. Für Interessierte, die NEPS-Daten nutzen werden regelmäßig Nutzungsschulungen angeboten.
  • Die NEPS-Daten stellen eine empirische Forschungsgrundlage dar und bieten ein reichhaltiges Analysepotenzial für die Bildungsforschung und angrenzende Gebiete (z. B. Demographie, Erziehungswissenschaften, Ökonomie, Psychologie, Soziologie).
  • Neben der Dokumentation der einzelnen Scientific-Use-Files bietet das NEPS Forschungsdatenzentrum eine Reihe von ergänzenden Informationen und Werkzeugen für den Umgang mit den NEPS-Daten.
  • Das Forschungsdatenzentrum des LIfBi (FDZ-LIfBi) bereitet in erster Linie die Erhebungsdaten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) nutzungsfreundlich auf und stellt diese als Scientific-Use-Files für wissenschaftliche Analysen zur Verfügung.
  • Drittmittelprojekte am LIfBi: Das LIfBi akquiriert fortlaufend neue Drittmittelprojekte.

Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)

Das assoziierte Mitglied “Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)” ist ein wissenschaftliches Institut, das die Länder in der Bundesrepublik Deutschland bei der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung im allgemein bildenden Schulsystem unterstützt. Das IQB ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Länder und als An-Institut an der Humboldt-Universität zu Berlin angesiedelt. Den Ausgangspunkt dieser Arbeit bilden die Bildungsstandards, die von der Ständigen Konferenz der Kultusministerien der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) verabschiedet wurden. Diese Bildungsstandards definieren, welche Kompetenzen Schüler*innen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrer Schullaufbahn entwickelt haben sollen. Das IQB hat den Auftrag, regelmäßig zu überprüfen, inwieweit diese Ziele in deutschen Schulen erreicht werden (Bildungsmonitoring). Ferner unterstützt das IQB die Länder darin, die Bildungsstandards, die als zentraler Orientierungsrahmen für alle Agierenden im Bildungssystem dienen sollen, umzusetzen (Implementation). Darüber hinaus ist das IQB als wissenschaftliches Institut in verschiedenen Feldern der empirischen Bildungsforschung aktiv.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

Bildungsmonitoring und Implementation

  • Entwicklung großer Sammlungen von Testaufgaben, die zur Überprüfung des Erreichens der Bildungsstandards im Ländervergleich geeignet sind.
  • Entwicklung von fachdidaktisch und empirisch fundierten Kompetenzstufenmodellen, die für die einzelnen Fächer und Schulstufen konkret beschreiben, welche Anforderungen Schüler*innen bewältigen können.
  • Regelmäßige Durchführung von Ländervergleichsstudien im Primarbereich (4. Jahrgangsstufe) und in der Sekundarstufe I (9. Jahrgangsstufe), um das Erreichen der Bildungsstandards zu überprüfen.
  • Entwicklung von Tests und didaktischem Material für Vergleichsarbeiten, die jedes Jahr in allen 3. und 8. Jahrgangsstufen durchgeführt werden.
  • Koordination der Entwicklung eines Pools von Abiturprüfungsaufgaben.

Forschung – zu den zentralen Fragestellungen gehören:

  • Welche Strukturen weisen schulbezogene Kompetenzen auf und wie lassen sie sich diese zuverlässig messen?
  • Welche Faktoren beeinflussen den Lern- und Bildungserfolg Heranwachsender?
  • Wie lassen sich die vielfältigen methodischen Anforderungen von Schulleistungsmessungen und Schulleistungsvergleichen optimal bewältigen?
  • Wie entwickeln sich Sprach- und Lesekompetenzen, die für schulisches Lernen notwendig sind, und wie lassen sich diese erfassen und gezielt fördern?
  • Inwieweit und unter welchen Bedingungen gelingt es Lehrkräften, ihren Unterricht kompetenzorientiert zu gestalten?

Forschungsdatenzentrum

  • Das Forschungsdatenzentrum (FDZ) am IQB archiviert und dokumentiert die Datensätze der großen nationalen und internationalen Schulleistungsstudien und stellt sie der Wissenschaft zur Verfügung.

IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik

Das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) ist als empirisch arbeitendes Bildungsforschungsinstitut einzuordnen. Das IPN soll durch seine Forschung die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik weiter entwickeln und fördern. Das Institut untersucht entsprechend diesem Auftrag mathematisch-naturwissenschaftliche Lehr- und Lernprozesse über die Lebensspanne. Die Arbeiten des IPN werden von fünf Grundannahmen getragen:

  • Mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung stellt eine individuelle Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe dar.
  • Mathematisch-naturwissenschaftliche Bildungsprozesse werden angebahnt durch das Zusammenspiel von individuellen Ressourcen einerseits sowie schulischen und außerschulischen Opportunitätsstrukturen andererseits.
  • Außerschulische Opportunitätsstrukturen für Bildungsprozesse, die vor allem durch den familiären Hintergrund und die Peers bestimmt werden, sind weit weniger gesellschaftlich steuerbar, am ehesten noch durch außerschulische Lernorte (Lernlabore, Museen etc.).
  • Die Erforschung und Förderung mathematisch-naturwissenschaftlicher Bildungsprozesse erfordert einen empirischen Zugang, der sich qualitativer und quantitativer Methoden der Sozialwissenschaften bedient und interdisziplinär ist.

Arbeitsbereiche des IPN:

(1) Ziele und Modelle mathematisch-naturwissenschaftlicher Bildung: Erarbeitung von fachspezifischen und fächerübergreifenden Kompetenzstrukturmodellen in Mathematik und den Naturwissenschaften.

(2) Bedingungen des Lehrens und Lernens in der Mathematik und in den Naturwissenschaften:
Untersuchung von Bedingungsfaktoren für den Erwerb mathematisch-naturwissenschaftlicher Kompetenzen auf unterschiedlichen Ebenen.

(3) Implementation und Evaluation von Konzeptionen des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts:
Forschungsbasierte Entwicklung und wissenschaftliche Überprüfung von Innovationen im Bereich des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts in unterschiedlichen Schulstufen; Transferprojekte zur Unterrichtsentwicklung und Lehrkräfteprofessionalisierung.

(4) Mathematische, naturwissenschaftliche und technische Bildung an außerschulischen Lernorten:
Weiterentwicklung und Evaluation der Qualität schulischer und außerschulischer Lernangebote für unterschiedliche Zielgruppen; Identifikation von Prädiktoren und Effekten erfolgreichen Lernens an informellen Lernorten; Untersuchungen zur lernförderlichen Gestaltung von Museumsausstellungen. Organisation, Betreuung und Weiterentwicklung von Schulwettbewerben.

(5) Pädagogisch-psychologische Diagnostik und Methodenforschung: Entwicklung reliabler und valider Tests zur Feststellung mathematischer und naturwissenschaftlicher Kompetenzen; Mitarbeit in verschiedenen Projekten zum Bildungsmonitoring in Deutschland, die unterschiedliche Facetten der Bildungsqualität erfassen.

Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung (HIB)

Das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung (HIB) ist ein inneruniversitäres Forschungsinstitut an der Universität Tübingen, das individuelle, soziale und institutionelle Determinanten von Lern- und Bildungsprozessen untersucht und dazu systematisch den Wissensschatz aus Psychologie, Erziehungswissenschaft und verwandten Disziplinen nutzt. Eine Zuwendung der Hector Stiftung II ist die wesentliche Grundlage für die wissenschaftliche Arbeit des Instituts. Zudem kommen vom Land Baden-Württemberg Mittel für die in das Institut integrierte Tübingen Postdoctoral Academy for Research on Education (PACE).

Thematisch gliedert sich die wissenschaftliche Arbeit des HIB in sechs Forschungsschwerpunkte. (1) Educational Effectiveness, (2) Motivation, (3) Persönlichkeit, (4) Potenzialentwicklung und Hochbegabung, (5) Unterrichtsqualität und professionelle Kompetenzen von Lehrkräften sowie (6) Methodenforschung. Das HIB hatte die Führungsrolle bei der Einwerbung der im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder geförderten Graduiertenschule LEAD (Learning, Educational Achievement, and Life Course Development) inne und ist personell eng mit LEAD verbunden.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Das HIB ist verantwortlich für die Mehrkohorten-Längsschnittstudien TOSCA, mit der gymnasiale Bildungsbiografien untersucht werden, und TRAIN, mit der die Wirkung von Lernumgebungen in nicht-gymnasialen Schulformen analysiert wird, sowie – gemeinsam mit Prof. Dr. Hasselhorn, DIPF – für die wissenschaftliche Begleitung der Hector Kinderakademien.
  • Im Bereich Methodenforschung entwickelt das HIB neue statistische Verfahren und ist bestrebt, diese über eigens entwickelte Software frei zugänglich zu machen.
  • Innerhalb des Nationalen Bildungspanels (NEPS) verantwortet das HIB – gemeinsam mit Prof. Dr. Maaz, DIPF – den Bereich „Gymnasiale Oberstufe und Übergänge in Hochschule, Ausbildung und Arbeitsmarkt“ (Etappe 5).

Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI)

Das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) ist ein bundesweit einzigartiges Referenzzentrum für Schulbuchforschung. Es betreibt anwendungsbezogene und multidisziplinäre Schulbuch- sowie schulbuchbezogene Bildungsmedienforschung mit einem kulturwissenschaftlich-historischen Schwerpunkt. Zudem berät das GEI national und international Bildungspolitik und Bildungspraxis. Das Institut koordiniert und vermittelt außerdem in internationalen Schulbuchangelegenheiten. Als außeruniversitäre Einrichtung, die schulbuchbezogene Forschung gleichermaßen umsetzt und ermöglicht, versteht sich das GEI als ein forschungsaffines Infrastrukturinstitut. Einen Anziehungspunkt bildet seine Forschungsbibliothek mit ihrer weltweit einzigartigen Sammlung an Schulbüchern der Fächer Geschichte, Sozialkunde/Politik, Geographie und Werteerziehung/Religion. Mit dem Informations- und Kommunikationsportal Edumeres bietet das GEI einen virtuellen, in mehreren Modulen gebündelten Zugang zu aktuellen Informationen, Publikationen und Daten aus der Schulbuch- und Bildungsmedienforschung.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Mit voranschreitender Digitalisierung zeichnet sich auch ein grundlegender Wandel im Bildungsbereich ab. Das GEI hat deshalb seine Arbeitsschwerpunkte um digitale Bildungsmedien erweitert. Mit der Erforschung von Wissens- und Deutungsangeboten, der gesellschaftlichen Dimension medialer Wandlungsprozessen sowie Nutzungs- und Aneignungspraktiken sind eine entsprechende Ausweitung der Sammlung der Forschungsbibliothek und die weitere Digitalisierung ihrer Bestände verbunden.
  • Das GEI erbringt vielfältige Transfer- und Serviceleistungen, beispielsweise koordiniert es bilaterale Schulbuchkommissionen oder Schulbuchprojekte und berät in der nationalen wie internationalen Bildungspolitik, Bildungspraxis sowie Bildungsorganisationen in Schulbuchfragen. Ferner agiert das Institut zuweilen auch in der Mediation in Schulbuchkonflikten und unterstützt die Entwicklung neuer Lehrwerke.
  • Die Forschungsbibliothek des GEI gehört mit ihrer einzigartigen Sammlung internationaler Schulbücher der Fächer Geschichte, Geographie, Sozialkunde sowie Werteerziehung/Religion zu den Sondersammelgebietsbibliotheken der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Weiterhin fungiert sie als Schulbuchzentrum des Europarates.
  • Das GEI betreibt das Informations- und Kommunikationsportal Edumeres.net und bietet dadurch einen virtuellen Zugang zur kulturwissenschaftlich-historisch ausgerichteten Bildungsmedienforschung.
  • Mit dem Georg-Arnhold-Gastprofessur-Programm unterhält das GEI ein eigenes Gastwissenschafts-Programm.

Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

Das Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) betreibt anwendungsorientierte empirische Forschung im Bereich des Hochschul- und Wissenschaftssystems. Als Bund-Länder-Einrichtung sieht sich das DZHW national und international in Kooperation mit der Wissenschaft sowie der Hochschul- und Wissenschaftspolitik. Einer politisch unabhängigen und exzellenten Forschung verpflichtet, entwickelt und bearbeitet das DZHW innovative, gesellschaftlich und hochschul- und wissenschaftspolitisch relevante Fragestellungen. Die Forschungs- und Serviceaufgaben sind in vier Abteilungen organisiert:

Bildungsverläufe und Beschäftigung
Langzeitstudien zu individuellen Bildungs- und Beschäftigungsverläufen und Bildungserträgen, insbesondere Studienentscheidung und Studienverläufe sowie berufliche und wissenschaftliche Karrieren.

Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik
Untersuchungen zu Entwicklungen des Forschungs- und Wissenschaftssystems im internationalen Kontext sowie zu den Wechselwirkungen unterschiedlicher Governance-, Finanzierungs- und Förderungsformen.

Governance in Hochschule und Wissenschaft
Studien zu Kennzahlensystemen über Organisationen des Wissenschaftssystems, Governancestrukturen wissenschaftlicher Weiterbildung an Hochschulen sowie organisationssoziologische Analysen von Governancestrukturen und -prozessen.

Infrastruktur und Methoden
Bereitstellung von Forschungsdateninfrastruktur, Datensätzen und Datenbanken, Aufbau des Forschungsdatenzentrums. Das Forschungsdatenzentrum des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (FDZ des DZHW) archiviert quantitative und qualitative Daten aus der Hochschul- und Wissenschaftsforschung und stellt diese Wissenschaftler*innen zur Sekundärnutzung bereit

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Langzeitstudien zu Studienberechtigten, Studierenden zum Studienanfang sowie in der Studienphase (z.B. Sozialerhebung seit 1951), Absolvent*innen, Promovierenden und Promovierten;
  • NEPS 1: Hochschulstudium und Übergang in den Beruf (NEPS Startkohorte 5 „Studierende“)
    Das DZHW ist im Nationalen Bildungspanel verantwortlich für die Startkohorte 5 (Studierende), die Studierende zu Beginn ihrer Studienphase auf ihrem weiteren Bildungsweg bis in den Beruf hinein begleitet. Untersucht werden dabei insbesondere die Bildungsentscheidungen, die Entwicklung von Kompetenzen, die Erträge eines Studiums und der Übergang in den Beruf;
  • NEPS 2: Lehramtsstudierenden‐Panel (LAP) 
    Das DZHW untersucht den Studienverlauf/ -erfolg und den Berufseinstieg von Lehramtsstudierenden (Sonderstichprobe der NEPS-Startkohorte 5) sowie mögliche Unterschiede hinsichtlich der Interessen, beruflichen Orientierungen und bisherigen Bildungsbiographie im Vergleich zu anderen Studierenden;
  • NEPS 3: Bildungsrenditen im Lebenslauf
    Das DZHW ist im Rahmen der Säule 5 “Bildungsrenditen im Lebenslauf” des Nationalen Bildungspanels für die Erfassung der nicht-monetären Bildungsrenditen zuständig und verantwortet die Inhalte Gesundheit, Devianz sowie soziale und politische Partizipation;
  • Bildungsmonitoring und Bildungsberichterstattung (Nationaler Bildungsbericht, Bundesbericht wissenschaftlicher Nachwuchs);
  • Kompetenzzentrum Bibliometrie zur Evaluation und Bewertung von Forschungsleistungen;
  • Das Forschungsdatenzentrum des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (FDZ des DZHW) archiviert quantitative und qualitative Daten aus der Hochschul- und Wissenschaftsforschung und stellt diese der Wissenschaft zur Sekundärnutzung bereit;
  • Dienstleistungsangebote für Bund und Länder, Hochschulen, Kommissionen und Gremien, Wissenschaftsinstitutionen und Forschende (hier).

DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation stellt eine zentrale Informationsinfrastruktur für und über das Bildungswesen in Deutschland zur Verfügung und erweitert deren wissenschaftliche Grundlagen durch eigene Forschung. Als nationales Zentrum für Bildungsforschung nimmt das DIPF zudem Bildung aus systemischer, institutioneller, individueller und historischer Perspektive in den Blick und reflektiert dabei kritisch bestehende Qualitäts-, Steuerungs- und Entwicklungskonzepte. Das DIPF liefert theoretische, methodische und empirische Beiträge; es verbindet erkenntnisorientierte Grundlagenforschung mit innovativen Entwicklungsarbeiten und Anwendungen zum Nutzen der Gesellschaft. Aufgrund seiner disziplinären Vielfalt, seiner langjährigen Erfahrung in der Koordinierung von Großprojekten, seiner nationalen und internationalen Vernetzung und seiner Position als Kompetenzzentrum für Wissenskommunikation und Forschung zu Bildungsfragen ist das Institut besonders gut in der Lage, flexibel auf die komplexen Anforderungen und die vielfältigen Entwicklungen des Bildungswesens zu reagieren und Anstöße für seine Weiterentwicklung zu geben.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Das DIPF ist maßgeblich verantwortlich für die nationale Bildungsberichterstattung im Auftrag von Bund und Ländern.
  • Das DIPF übernimmt wichtige Aufgaben großer OECD-Bildungsstudien (PISA, PIAAC).
  • In Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut betreibt das DIPF das interdisziplinäre Zentrum zur Erforschung von individuellen kindlichen Entwicklungsprozessen und adaptiver Unterrichtsgestaltung IDeA.
  • Der Deutsche Bildungsserver, der zentrale Internetwegweiser zum Bildungssystem, wird als Gemeinschaftsservice von Bund und Ländern am DIPF koordiniert.
  • Das FDZ Bildung am DIPF stellt qualitative Daten, insbesondere Audio- und Videodaten der Schul- und Unterrichtsforschung, sowie Instrumente (Skalen, Tests) zur Verfügung.
  • Das Institut betreibt das Fachportal Pädagogik, den zentralen Einstieg in die wissenschaftliche Fachinformation für Bildungsforschung, Erziehungswissenschaft und pädagogische Praxis.
  • Der interdisziplinäre DIPF-Arbeitsbereich „Technology Based Assessment“ erforscht und entwickelt neue Verfahren der technologiebasierten Kompetenzmessung.
  • Die DIPF-Abteilung „Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung“ ist ein Zentrum für die Historische Bildungsforschung und die größte pädagogische Spezialbibliothek in Deutschland.

Deutsches Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE)

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V. (DIE) ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut und bearbeitet die gesellschaftlich und zugleich bildungspolitisch relevante Aufgabe, das Lernen und die Bildung Erwachsener wissenschaftlich zu fundieren und dadurch erfolgreich zu gestalten. Als zentrale Einrichtung für Wissenschaft, Politik und Praxis unterstützt und fördert das DIE die Agierenden im Feld der Weiterbildung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Dienstleistungen. Das Aufgabenspektrum reicht dabei von der anwendungsrelevanten und/oder grundlagenbasierten Forschung über die Bereitstellung von Infrastrukturleistungen bis hin zu Praxis- und Politikberatung.

Vor diesem Hintergrund haben die Aktivitäten des Instituts eine doppelte Zielperspektive: Sie unterstützen einerseits die Wissenschaft und Forschung der Erwachsenenbildung durch die Veröffentlichung nationaler und internationaler Publikationen sowie die Bereitstellung von Forschungsdaten. Andererseits ermöglicht dieses Wissen, zur Gestaltung und nachhaltigen Professionalisierung der Praxis beizutragen. Der Anspruch ist, die Bedarfe von Wissenschaft, Praxis und Politik gleichermaßen zu erkennen und ihnen Rechnung zu tragen. Ein weiteres Ziel ist der produktive Austausch mit internationalen Akteur*innen, um die Erwachsenenbildung in Deutschland im internationalen Kontext sichtbarer zu machen und in der europäischen Bildungsdiskussion zu positionieren.

Die Forschungs- und Infrastrukturleistungen erbringen die DIE-Mitarbeitenden in sechs Abteilungen, die eng miteinander vernetzt sind und in zahlreichen Projekten kooperieren. Im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten steht das Lernen Erwachsener mit seinen Voraussetzungen, Formen und Wirkungen. Die Forschung umfasst alle Bereiche des Weiterbildungsgeschehens: die Lernprozesse Erwachsener, die didaktische Gestaltung von Angeboten, das Personal, die Organisation und das Management von Weiterbildungseinrichtungen in unterschiedlichen institutionellen Kontexten und das Weiterbildungssystem mit seinen finanziellen, politischen und rechtlichen Aspekten. Die Serviceleistungen des DIE sind eine tragende Säule der wissenschaftlichen Infrastruktur der Weiterbildung in Deutschland – immer öfter auch als Open-Access-Angebot. Hierzu zählen Publikationen, statistische Dienstleistungen, Fachdatenbanken und Portale sowie eine wissenschaftliche Spezialbibliothek für Erwachsenenbildung.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Mit wb-web, dem Portal für Lehrende der Erwachsenen- und Weiterbildung, betreibt das DIE eine bundesweit einzigartige Informationsinfrastruktur für die nutzende Gruppe der mehr als 530.000 haupt-, frei- und nebenberuflich Lehrenden in der Erwachsenenbildung. wb-web bietet grundlegende Informationen über das Handlungsfeld und eine erwachsenenpädagogische Wissensbasis. Die Materialien werden als Open Educational Resources (OER) zur Verfügung gestellt.
  • Im Projekt EULE (Entwicklung einer webbasierten Lernumgebung für Weiterbildung, Kompetenzerwerb und Professionalisierung von Lehrenden der Erwachsenenbildung) wird ein Online-Lernangebot für Lehrende in der Erwachsenenbildung entwickelt, mit dem perspektivisch wb-web zum Online-Lernportal ausgebaut werden wird. So soll ein bedeutender Beitrag für die Professionalitätsentwicklung Lehrender geleistet werden, die für die Qualität und Wirkung von Weiterbildung von größter Bedeutung sind.
  • In der Publikationsreihe DIE Survey. Daten und Berichte zur Weiterbildung veröffentlicht das DIE aktuelle Forschungsergebnisse aus empirischen Studien zum Weiterbildungssystem – auch im Open Access. Die Bücher richten sich sowohl an bildungspolitisch Agierende, an die Weiterbildungspraxis als auch an die Wissenschaft im nationalen wie internationalen Kontext. Erster Titel der im Frühjahr 2016 gestarteten Reihe ist: „Das Personal in der Weiterbildung. Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, Qualifikationen, Einstellungen zu Arbeit und Beruf“.
  • Der wb-personalmonitor – Personal in der Weiterbildung: Beschäftigungsverhältnisse und Tätigkeiten“ ist eine umfassende Erhebung zu den Beschäftigten der Erwachsenen- und Weiterbildung, die von den Beteiligten DIE, dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der Universität Duisburg-Essen durchgeführt wurde. Die Ergebnisse wurden in der Reihe „DIE-Survey“ veröffentlicht (s.o.). Auf der Grundlage dieser Daten wurde zum ersten Mal überhaupt das Personal in der Weiterbildung im Nationalen Bildungsbericht 2016 thematisiert.
  • Der Deutsche Weiterbildungsatlas ist ein in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung durchgeführtes Forschungsprojekt, das erstmals die regionalen und kommunalen Unterschiede im Weiterbildungsangebot und in der Weiterbildungsbeteiligung transparent gemacht hat. Damit wurden auffällige Unterschiede beim Weiterbildungsverhalten in den Regionen sowie hemmende und fördernde Faktoren für die regionalen Bildungschancen Erwachsener identifiziert. In einer Folgestudie wurde die Beobachtung des Weiterbildungsverhaltens und des Weiterbildungsangebotes noch stärker ausdifferenziert auf die Ebene der Kreise und kreisfreien Städte. Weitere Informationen finden Sie hier.
  • Die Zeitschrift für Weiterbildungsforschung (ZfW) ist in Deutschland das zentrale Fachorgan für Forschungsdiskurse und -ergebnisse der Erwachsenen- und Weiterbildungswissenschaft und angrenzender Disziplinen. Sie erscheint im Open Access.