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8. Dezember 2020 - 11. Dezember 2020 | Dialog

Online-Veranstaltungsreihe „Integration von Geflüchteten in Deutschland und Kanada: Wie wir voneinander und miteinander lernen“

Eine Woche mit besonderen Einblicken und Dialogen zum Abschluss des BMBF geförderten Projektes Deutsch-kanadische Forschungszusammenarbeit zur Integration von Geflüchteten.

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Alle Termine im Überblick

 

Dienstag, 8. Dezember 2020 | 16:00 Uhr

Integration von Geflüchteten durch Sprache und Sprachvermittlung mit Ehrenamtlichen: Chancen und Grenzen
mit PD Dr. Katrin Linder (Ludwig-Maximilian-Universität München)
und Ilsa Jacobsen (Koordinatorin des Projekts „Start ins Deutsche“ der Goethe-Universität Frankfurt)

Abstract

Zunächst werden Ergebnisse einer Vergleichsstudie vorgestellt, die Integration anhand von Sprachpräferenzen und Sprachgebrauch in geflüchteten Familien aus Syrien in Kanada und Deutschland beleuchtet. Danach wird in einem zweiten Beitrag auf die Arbeit des Frankfurter Projekts „Start ins Deutsche“ eingegangen, in dem Studierende in Sprachvermittlung und interkultureller Kompetenz geschult werden und ehrenamtlich Deutschkurse für Geflüchtete anbieten.

Welche Chancen und Grenzen sich im Rahmen des Spracherwerbs und der Sprachvermittlung aus diesen verschiedenen Perspektiven für die Integration beobachten lassen und welche Schlüsse für eine aktive Gestaltung der Gesellschaft gezogen werden können, soll anschließend gemeinsam diskutiert werden.

 

Mittwoch, 9. Dezember 2020 | 16:00 Uhr

Auswirkungen gesellschaftlicher Polarisierung auf die lokale Unterstützung Geflüchteter in Deutschland und in Kanada: eine Regionalstudie
mit Verena Schmid (Universität Heidelberg), Anke Patzelt (University of Ottawa) & Prof.’in. Dr. Elke Winter (University of Ottawa)
und mit anschließender Diskussion mit Inge Baumgärtner (Integrationsbeauftragte der Stadt Sinsheim)

Abstract

Im Vortrag werden die Ausdrucksformen bürgerschaftlichen Handelns während der „Flüchtlingskrise“ in deutschen und kanadischen Lokalzeitungen vergleichend dargestellt und den Fragen nachgegangen: Welche Forderungen dominierten den öffentlichen Diskurs für oder gegen die Aufnahme und Integration von Geflüchteten? Welche Rückschlüsse lassen sich daraus auf die Polarisierung beider Gesellschaften ziehen?

Die Ergebnisse der zu präsentierenden Studie zeigen, trotz unterschiedlicher politisch-rechtlicher Hintergründe, ähnliche Forderungen in beiden Regionen:
1) Forderungen von Politiker_Innen beziehen sich auf die nationale Ebene und fokussieren sich auf Fragen der Kontrolle/Organisation der Geflüchtetenaufnahme. (Staats)Bürgerschaft wird anhand der polarisierenden Frage der Grenzöffnung bzw. -schließung ausgehandelt.
2) Forderungen der Zivilgesellschaft adressieren die lokale Ebene und zeigen sich in konkreten Hilfsaktionen für Geflüchtete. (Staats)Bürgerschaft wird aus einer humanitären Perspektive betrachtet und durch pragmatisches Handeln der polarisierten Debatte entzogen.

 

Donnerstag, 10. Dezember 2020 | 10:00 Uhr

Fluchtmigration und Integration in Deutschland und Kanada am Beispiel kommunaler Antworten auf den Sommer der Migration
mit Prof.’in Dr. Annette Korntheuer (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)
und Dr. Débora Maehler (Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, GESIS)

Abstract

Im Sommer der Migration 2015 kam es zu einem deutlichen Anstieg von Asylsuchenden in Deutschland und zur Ausweitung von Resettlement-Programmen in Kanada. Strukturelle und institutionelle Rahmenbedingungen haben wesentliche Einflüsse auf die Inklusion von Geflüchteten in zentralen gesellschaftlichen Bereichen wie Wohnraum, Gesundheitsleistungen, Bildung und Arbeitsmarkt. Der Beitrag verweist hier auf zwei deutsch-kanadische Publikationsprojekte und zeigt anhand des Beispiels der Stadt München auf, welche Antworten auf die damit verbunden Herausforderungen gefunden wurden.

Als einer der wichtigsten Knotenpunkte in Europa und Deutschland erhielt die Stadt München durch die zunehmende Fluchtmigration im Jahr 2015 internationale Aufmerksamkeit. Bilder von Flüchtlingsankünften am Münchner Hauptbahnhof wurden weltweit ausgestrahlt. Es zeigte sich schnell, dass die Stadt neben der Notfallversorgungen auch einen nachhaltigen, langfristigen Ansatz zur Unterstützung der Integration von Geflüchteten benötigte. Im Januar 2016 beauftragte der Oberbürgermeister der Stadt München die Verwaltung, ein stadtweites Projekt mit dem Titel “Gesamtplan zur Integration von Flüchtlingen” zu entwickeln, um angemessene Antworten auf Inklusionsbedarfe zu finden.

 

Freitag, 11. Dezember 2020 | 14:00 Uhr

Wissensmobilisierung und Transfer in der Fluchtforschung: Intersektorale und internationale Perspektiven
mit Prof.’in Dr. Monika Gonser (Duale Hochschule Baden-Württemberg & Leitung Intersectoral School of Governance Baden-Württemberg)
und mit einem anschließenden Kommentar von Prof.’in Dr. Martina Wanner (Duale Hochschule Baden-Württemberg Villingen-Schwenningen)

Abstract

Der Sammelband „Wissensmobilisierung und Transfer in der Fluchtforschung – Kommunikation, Beratung und gemeinsames Forschungshandeln“ konzeptualisiert Transfer im Sinne einer Wissensmobilisierung im Rahmen von Kommunikation, Beratung und kooperativem Handeln und Forschen. Aktuelle Ansätze und Fragen beleuchtet er dabei aus der Perspektive der Fluchtforschung. Frau Prof.’in Dr. Monika Gonser erläutert das Transferkonzept des Sammelbandes einleitend und arbeitet die Transferdimensionen Kommunikation, Beratung und gemeinsames Forschungshandeln auf der Grundlage von drei Beiträgen im Sammelband heraus. Dabei wird über die jeweiligen Kontexte der Beiträge, nämlich die Modellversuchsforschung in der beruflichen Bildung (Beitrag Scheiermann), die Beratungstätigkeit von Stiftungen (Beitrag Mayer) und Wissensmanagement in der Polizeiarbeit (Beitrag Schütte et al.) verdeutlicht, warum eine wissenschaftliche Reflexion von Transfer und die konzeptionelle Unterfütterung von Transferaktivitäten für das Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis wichtig sind.

 

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