ifo Bildungsbarometer

Das ifo Bildungsbarometer wurde vom ifo Zentrum für Bildungsökonomik im Rahmen des von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten SAW-Projekts „Die politische Ökonomie der Bildungspolitik: Erkenntnisse aus einer Meinungsumfrage“ entwickelt. Basis des ifo Bildungsbarometers ist eine jährliche Meinungsumfrage unter mehr als 4.000 Befragten, die eine repräsentative Stichprobe der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland darstellen.

Die Ergebnisse des ifo Bildungsbarometers finden Sie auf der Website des ifo Instituts.

WZB | Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Das WZB | Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung betreibt problemorientierte Grundlagenforschung. Am WZB arbeiten über 200 deutsche und internationale Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen zusammen, vor allem aus der Soziologie, der Politikwissenschaft, der Ökonomie, der Rechtswissenschaft und der Psychologie. Untersucht werden Entwicklungen, Probleme und Innovationschancen moderner Gesellschaften. Die Forschung ist theoriegeleitet, praxisbezogen, oft langfristig angelegt und meist international vergleichend. Das WZB forscht zu diesen thematischen Schwerpunkten: Dynamiken sozialer Ungleichheiten, Markt und Entscheidung, Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel, Internationale Politik und Recht, Wandel politischer Systeme, Migration und Diversität, Politische Ökonomie der Entwicklung.

Ein Schwerpunkt des WZB ist die soziologische Bildungsforschung im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Dazu werden Forschungsprojekte vor allem in der Abteilung „Ausbildung und Arbeitsmarkt“ (Leitung: Prof. Dr. Heike Solga) und in der Projektgruppe „Nationales Bildungspanel: Berufsbildung und lebenslanges Lernen“ am WZB (Leitung: Prof. Dr. Martin Ehlert) durchgeführt. Das WZB liefert theoretische und empirische Beiträge zur Weiterentwicklung des deutschen Bildungssystems, zur Bekämpfung von Bildungsarmut, zu Übergängen von der Schule in den Arbeitsmarkt sowie beruflicher Weiterbildung – auch im internationalen Vergleich.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Das WZB ist mitverantwortlich für die Etappen 6 (Berufliche Bildung) und 8 (Lebenslanges Lernen) im Nationalen Bildungspanel (NEPS).
  • Das WZB ist im Einstein Center Population Diversity (ECDP) beteiligt. Es verantwortet dort u. a. das Objective 6: “To evaluate the relationship between family diversity and inequalities in children’s education and health”.
  • Das WZB ist Kooperationspartner des Berliner Netzwerk Arbeitsmarktforschung (BeNA, Informationen nur auf Englisch).
  • Das WZB erstellt in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung das Online-Dossier „Zukunft Bildung“. Mit Hilfe von Texten, Videos und Grafiken werden bildungspolitische Debatten für ein breites Publikum aufbereitet und Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen der Bildungsforschung zusammengetragen.

Universität Luxemburg

An dem assoziierten Mitglied “Universität Luxemburg” ist die Forschungsgruppe „Bildungsprozesse in modernen Gesellschaften“ angesiedelt bestehend aus Mitgliedern zweier bildungswissenschaftlicher Institute. Das Institute of Education and Society versammelt gesellschafts- und sozialwissenschaftliche Perspektiven auf Bildung und Bildungsprozesse (Bildungstheorie, -philosophie, -geschichte, -soziologie sowie Kulturwissenschaften). Das Hauptinteresse gilt der Bildungspolitik, den Bildungssystemen sowie den Bildungsprozessen unter Berücksichtigung kultureller, politischer und ökonomischer Kontexte. Eine besondere Bedeutung kommt dabei einer nationenübergreifenden und einer international- und historisch-vergleichenden Perspektive zu. Gegenstände für quantitative und qualitative, historische und institutionenfokussierte Analysen sind Bildungspolitiken und die Entwicklung von Bildungssystemen und Institutionen sowie Erziehungs- und Bildungsprozesse, Lehren und Lernen in und außerhalb von Bildungsinstitutionen.

Aktivitäten:

Die Aktivitäten der Forschungsgruppe umfassen die Herausgabe von Zeitschriften und Bücherserien, Beiträge in der nationalen Bildungsberichterstattung (Deutschland, Luxemburg), die Organisation internationaler Fachtagungen, die Bildungsberatung und -evaluation in diversen Ländern sowie Beiratsmitgliedschaften.

LIfBi | Leibniz-Institut für Bildungsverläufe

Das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) in Bamberg untersucht Bildungsprozesse von der Geburt bis ins hohe Erwachsenenalter. Um die bildungswissenschaftliche Längsschnittforschung in Deutschland zu fördern, stellt das LIfBi grundlegende, überregional und international bedeutsame, forschungsbasierte Infrastrukturen für die empirische Bildungsforschung zur Verfügung.

Ein Kern des Instituts ist die größte Langzeit-Bildungsstudie in Deutschland, das Nationale Bildungspanel (NEPS), das am LIfBi beheimatet ist und die Expertise eines deutschlandweiten, interdisziplinären Exzellenznetzwerks vereint. Weitere Großprojekte, zu denen das LIfBi Längsschnitt-Daten erhebt bzw. bereitstellt, sind neben den Geflüchtetenstudien ReGES und BildungswegeFlucht auch die Inklusionsstudie INSIDE sowie die Monitoringstudie Data Literacy. Grundlage dafür sind die eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, insbesondere die fundierte Instrumenten- und Methodenentwicklung für längsschnittliche Bildungsstudien, von der auch andere Forschungsprojekte profitieren.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Durch das Nationale Bildungspanel (NEPS) werden repräsentativ für Deutschland Längsschnittdaten zu Kompetenzentwicklungen, Bildungsprozessen, -entscheidungen und ‑renditen in formalen, nicht-formalen und informellen Kontexten über die gesamte Lebensspanne erhoben. In sieben Startkohorten werden insgesamt über 70.000 Teilnehmende begleitet – von der frühen Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter. Zusätzlich werden etwa 50.000 Personen aus deren Umfeld, wie z.B. Eltern und pädagogisches Fachpersonal, befragt.
  • Das Forschungsdatenzentrum des LIfBi (FDZ-LIfBi) bereitet die Erhebungsdaten der Großprojekte am LIfBi nutzungsfreundlich auf und stellt diese kostenfrei als Scientific-Use-Files für wissenschaftliche Analysen zur Verfügung. Das Angebot umfasst die umfangreichen NEPS-Daten ergänzt um spezielle NEPS-Datenprodukte, die Längsschnitt-Daten der Geflüchtetenstudie ReGES, der TAEPS-Studie zu Lehrenden im Bereich der Erwachsenen- und Weiterbildung, der GUS-Studie zum Gesundheitsverhalten von Schülerinnen und Schülern und weitere einzigartige Datensätze, z.B. der Regionalstudie BiLO. Das vollständige Angebot an Forschungsdaten des LIfBi und die dazugehörigen Dienstleistungen sind über das Daten- und Serviceportal des FDZ-LIfBi abrufbar.
  • Das DFG-Infrastruktur-Schwerpunktprogramm „New Data Spaces for the Social Sciences“ (SPP 2431) hat zum Ziel, technische und methodische Lösungen für die Zukunftsfähigkeit von Panelerhebungen zu erforschen und zu erarbeiten, sie mit Daten aus anderen Quellen anzureichern und so den Weg für sozialwissenschaftliche Forschung zu zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen weiter zu ebnen. „New Data Spaces“ wird durch das am LIfBi angesie­delte übergreifende Projekt CONNECT koordiniert und gemanagt. Das SPP 2431 enthält zudem ein „Research Infrastructure and Innovation Lab“ (ENTAILab), das insgesamt vier Measures umfasst. Die Measure 4 „Results for Future Data Spaces and Open Science“ sowie zwei Projekte innerhalb des Schwerpunktprogramms (SPP) sind ebenfalls am LIfBi angesiedelt.

IAB | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Das IAB | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist eine besondere Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit (BA). Auf der Basis seiner Forschungsergebnisse berät das IAB in der Politik auf verschiedenen Ebenen.

Die Forschungsschwerpunkte des IAB liegen in den Bereichen Arbeitsmarktpolitik, regionale und internationale Arbeitsmärkte, gesamtwirtschaftliche Arbeitsmarktforschung, Betriebe und Beschäftigung sowie Lebenschancen und soziale Ungleichheit.

Ein Großteil der Forschung des IAB basiert auf umfangreichen eigenen Befragungen von Betrieben, Personen und Haushalten sowie prozessproduzierten Daten der BA. Bei der Entwicklung neuer Methoden der Erhebung, Verlinkung und Aufbereitung von Daten ist das IAB führend. Über das Forschungsdatenzentrum (FDZ) der BA im IAB erhalten auch externe Wissenschaftler*innen Zugang zu qualitätsgesicherten und für wissenschaftliche Analysen aufbereiteten Mikrodatensätzen.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Das IAB untersucht aktuelle bildungsökonomische und –soziologische Themen und macht die Forschungsergebnisse der Wissenschaft und Fachöffentlichkeit zugänglich.
  • Auf der Grundlage seiner Forschungsergebnisse wirkt das IAB an Entscheidungs- und Gesetzgebungsverfahren im Bereich der Arbeitsmarktpolitik mit.
  • Das IAB stellt mit eigenen Erhebungen und den Prozessdaten der BA wichtige Datensätze zur Verfügung, die als Grundlage empirischer Studien verschiedener Fachrichtungen verwendet werden können.

GESIS | Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften

Das GESIS | Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften ist die größte deutsche Infrastruktureinrichtung für die Sozialwissenschaften und unterstützt die Wissenschaft in diesem Bereich mit Expertise und Dienstleistungen zu neuesten wissenschaftlichen Methoden, hochwertigen Daten und aktuellen Forschungsinformationen.

Forschungsprojekte durchlaufen im Allgemeinen einen Prozess mit mehreren Phasen – den Forschungsdatenzyklus. Daher gliedert sich das Angebot des GESIS-Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften entlang eines vierphasigen Forschungsdatenzyklus, der sich wie folgt zusammensetzt: 
• Studien planen & Daten erheben 
• Daten finden & abrufen 
• Daten aufbereiten & analysieren 
• Archivieren & teilen 

Zu jeder Phase bietet GESIS Beratung und praxisorientierte Anleitungen an. 
So beraten Expert*innen von GESIS in der ersten Phase Studien planen & Daten erheben bei der Erhebung von Umfragedaten und von digitalen Verhaltensdaten. Dabei werden Forschende bei der Entwicklung eines adäquaten Projektdesigns und der Qualitätssicherung der Durchführung unterstützt. 
Die zweite Phase Daten finden & abrufen ermöglicht Forschenden die passenden Daten zur Sekundäranalyse zu finden. Dazu stehen im GESIS Datenarchiv über 6500 nationale und internationale Studien zur Verfügung. 

Auch ist die Aufbereitung von Daten ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu ihrer Analyse. Daher unterstützt GESIS in der dritten Phase Daten aufbereiten & analysieren bei der Modifikation, Verlinkung und Analyse von Daten. 
In der vierten Phase Archivieren & teilen fördert GESIS wissenschaftliche Transparenz im Sinne der FAIR-Prinzipen: F(indable) A(ccessible) I(nteroperable) und R(e-usable). 
Bei GESIS finden Forschende bei GESIS Repositorien und Services, um ihre Daten und Publikationen langfristig zu archivieren, zu registrieren und zu teilen. 
Die Angebote für den Forschungsprozess basieren auf eigener kontinuierlicher und interdisziplinärer Forschung in den vier Bereichen Umfragemethodik, Forschungsdatenmanagement, Aktuelle gesellschaftliche Fragen und Angewandte Informatik sowie innerhalb deren Schnittmengen. 

DAS – Datenarchiv für Sozialwissenschaften
Das Datenarchiv für Sozialwissenschaften der GESIS bietet über den Datenbestandskatalog DBK Zugang zu Studien, auch für die Bildungsforschung. Die Abteilung „Datenarchiv für Sozialwissenschaften“ ist Deutschlands zentrale Infrastruktureinrichtung zur Registrierung, Dokumentation und Archivierung von quantitativen Forschungsdaten, die Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen in nationaler, international-vergleichender und historischer Perspektive fördert.

Forschungsdatenzentren (FDZ)
Die Forschungsdatenzentren der GESIS bieten einen besonderen Service für eine Anzahl von Umfrageprogrammen bei denen GESIS teilweise an der Datenerhebung teilnimmt und/oder dauerhaft die Aufgaben der Datenaufbereitung, -archivierung und -bereitstellung übernimmt.

Ein Forschungsschwerpunkt von GESIS ist die Bildungsforschung. Hier ist GESIS an bedeutenden deutschen, europäischen und internationalen Projekten beteiligt: Bei PIAAC ist GESIS am Konsortium von PIAAC, dem Planungs- und Kontrollgremium, beteiligt und verantwortlich für das deutsche Projektmanagement. Eine Erweiterung ist das gemeinsam mit LIfBi und SOEP durchgeführte Projekt PIAAC-L, die weltweit erste international vergleichbare Langzeitstudie zu Kompetenzen im Erwachsenenalter. Weitere ausgewählte GESIS-Projekte im Bildungsforschungsbereich sind:

  • CIDER – College for Interdisciplinary Education Research zur Unterstützung von Nachwuchstalenten in der Forschung im interdisziplinären Zusammenhang.
  • Machbarkeitsstudie für das Baden-Württemberg-Panel, um Verlaufsdaten zu den Übergängen von der schulischen in die berufliche Bildung zu generieren.
  • CAMCES – Computer-Assisted Measurement and Coding of Educational Qualifications in Surveys, um die international stark variierenden Erhebungsinstrumente zu Bildung in Umfragedaten vergleichbar zu machen.

Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut (GEI)

Das Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut (GEI) ist ein bundesweit einzigartiges Referenzzentrum für Schulbuchforschung. Es betreibt anwendungsbezogene und multidisziplinäre Schulbuch- sowie schulbuchbezogene Bildungsmedienforschung mit einem kulturwissenschaftlich-historischen Schwerpunkt. Zudem berät das GEI national und international Bildungspolitik und Bildungspraxis. Das Institut koordiniert und vermittelt außerdem in internationalen Schulbuchangelegenheiten. Als außeruniversitäre Einrichtung, die schulbuchbezogene Forschung gleichermaßen umsetzt und ermöglicht, versteht sich das GEI als ein forschungsaffines Infrastrukturinstitut. Einen Anziehungspunkt bildet seine Forschungsbibliothek mit ihrer weltweit einzigartigen Sammlung an Schulbüchern der Fächer Geschichte, Sozialkunde/Politik, Geographie und Werteerziehung/Religion. Mit dem Informations- und Kommunikationsportal Edumeres bietet das GEI einen virtuellen, in mehreren Modulen gebündelten Zugang zu aktuellen Informationen, Publikationen und Daten aus der Schulbuch- und Bildungsmedienforschung.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Mit voranschreitender Digitalisierung zeichnet sich auch ein grundlegender Wandel im Bildungsbereich ab. Das GEI hat deshalb seine Arbeitsschwerpunkte um digitale Bildungsmedien erweitert. Mit der Erforschung von Wissens- und Deutungsangeboten, der gesellschaftlichen Dimension medialer Wandlungsprozessen sowie Nutzungs- und Aneignungspraktiken sind eine entsprechende Ausweitung der Sammlung der Forschungsbibliothek und die weitere Digitalisierung ihrer Bestände verbunden.
  • Das GEI erbringt vielfältige Transfer- und Serviceleistungen, beispielsweise koordiniert es bilaterale Schulbuchkommissionen oder Schulbuchprojekte und berät in der nationalen wie internationalen Bildungspolitik, Bildungspraxis sowie Bildungsorganisationen in Schulbuchfragen. Ferner agiert das Institut zuweilen auch in der Mediation in Schulbuchkonflikten und unterstützt die Entwicklung neuer Lehrwerke.
  • Die Forschungsbibliothek des GEI gehört mit ihrer einzigartigen Sammlung internationaler Schulbücher der Fächer Geschichte, Geographie, Sozialkunde sowie Werteerziehung/Religion zu den Sondersammelgebietsbibliotheken der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Weiterhin fungiert sie als Schulbuchzentrum des Europarates.
  • Das GEI betreibt das Informations- und Kommunikationsportal Edumeres.net und bietet dadurch einen virtuellen Zugang zur kulturwissenschaftlich-historisch ausgerichteten Bildungsmedienforschung.
  • Mit dem Georg-Arnhold-GastprofessurProgramm unterhält das GEI ein eigenes Gastwissenschafts-Programm.

DZHW | Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung

Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) untersucht die Strukturen und Prozesse des hochschulischen Bildungs- und Wissenschaftssystems. Es wurde im Jahr 2013 auf Empfehlung des Wissenschaftsrates von Bund und Ländern als Ankerinstitut der Hochschul- und Wissenschaftsforschung in Deutschland ausgegründet.

Ein leistungsfähiges Hochschul- und Wissenschaftssystem ist für die Transformations- und Innovationsfähigkeit wissensbasierter Gegenwartsgesellschaften von entscheidender Bedeutung. Im Mittelpunkt des DZHW-Arbeitsprogramms steht deshalb die Frage, wie sich hochschulische und akademische Bildungsprozesse vollziehen, welchen Anforderungen Hochschule und Wissenschaft dabei begegnen und welche gesellschaftlichen Wirkungen tertiäre Bildung hat. Ein wichtiger Kern des DZHW sind seine Forschungsdatenbestände. Diese sind nicht nur eine unverzichtbare Ergänzung der amtlichen Hochschulstatistik, sondern betten sich strategisch auch in den nationalen Forschungsdatenbestand ein. Seine Forschungsdaten stellt das DZHW über sein hauseigenes Forschungsdatenzentrum (fdz.DZHW) auch für Wissenschaftler:innen außerhalb des DZHW zur Verfügung.

Als außeruniversitäre Forschungseinrichtung hat das DZHW ein klares Selbstverständnis im Erkenntnistransfer. Es ist Mitglied des Nationalen Bildungsberichts und verantwortet auch darüber hinaus verschiedene sichtbare Transferprojekte. Hierzu zählt beispielsweise das international vergleichende Monitoring studentischer Lebenslagen im Europäischen Hochschulraum im Rahmen von Eurostudent, den Konsortium aus mehr als 25 Ländern das DZHW seit vielen Jahren leitet.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Im Student Life Cycle Panel begleitet das DZHW Studienberechtigte, Studierende und Hochschulabsolvent:innen auf ihren Bildungs- und Lebenswegen. Angelegt als bundesweit repräsentative Studie mit integriertem Multi-Kohorten-Sequenzdesign erlauben die Daten tiefgehende Einblicke in Fragen der individuellen Teilhabe an hochschulischer Bildung, die zugrundlegeliegenden Mechanismen sozialstruktureller Differenzierung in und durch Hochschulbildung sowie den mittel- und längerfristigen Verbleib von Hochschulabsolvent:innen.
  • Die National Academics Panels Study ermöglicht detaillierte Analysen zu den Karriereverläufen des wissenschaftlichen Nachwuchses. Hier werden – ebenfalls im längsschnittlichen Design – die Promotionsverläufe von Doktorand:innen in der heutigen Vielfalt institutioneller Kontexte und die Karrieren von Postdoktorand:innen innerhalb und außerhalb der Wissenschaft beobachtet.
  • Im Feld der querschnittlichen Trendanalyse studentischer Lebenslagen befragt das DZHW im Rahmen der Bundesweiten Studierendenbefragung regelmäßig Studierende aus ganz Deutschland. Im Mittelpunkt dieser Studie steht die Frage, wie sich die Diversität von Studierenden im Zeitverlauf entwickelt und welche neuen Anforderungen sich daraus für das Hochschul- und Wissenschaftssystem ergeben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darüber hinaus auf Fragen der Studienfinanzierung.
  • In der ebenfalls querschnittlich ausgerichteten Wissenschaftsbefragung werden vom DZHW Wissenschaftler:innen zu ihren Forschungs- und Arbeitsbedingungen befragt. Mit den Daten lassen sich sowohl Unterschiede zwischen den verschiedenen Statusgruppen des Wissenschaftssystems als auch sehr differenziert disziplinäre Unterschiede untersuchen.

DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation stellt eine zentrale Informationsinfrastruktur für und über das Bildungswesen in Deutschland zur Verfügung und erweitert deren wissenschaftliche Grundlagen durch eigene Forschung. Als nationales Zentrum für Bildungsforschung nimmt das DIPF zudem Bildung aus systemischer, institutioneller, individueller und historischer Perspektive in den Blick und reflektiert dabei kritisch bestehende Qualitäts-, Steuerungs- und Entwicklungskonzepte. Das DIPF liefert theoretische, methodische und empirische Beiträge; es verbindet erkenntnisorientierte Grundlagenforschung mit innovativen Entwicklungsarbeiten und Anwendungen zum Nutzen der Gesellschaft. Aufgrund seiner disziplinären Vielfalt, seiner langjährigen Erfahrung in der Koordinierung von Großprojekten, seiner nationalen und internationalen Vernetzung und seiner Position als Kompetenzzentrum für Wissenskommunikation und Forschung zu Bildungsfragen ist das Institut besonders gut in der Lage, flexibel auf die komplexen Anforderungen und die vielfältigen Entwicklungen des Bildungswesens zu reagieren und Anstöße für seine Weiterentwicklung zu geben.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Das DIPF ist maßgeblich verantwortlich für die nationale Bildungsberichterstattung im Auftrag von Bund und Ländern.
  • Das DIPF übernimmt wichtige Aufgaben großer OECD-Bildungsstudien (PISA, PIAAC).
  • In Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt und dem Sigmund-Freud-Institut betreibt das DIPF das interdisziplinäre Zentrum zur Erforschung von individuellen kindlichen Entwicklungsprozessen und adaptiver Unterrichtsgestaltung IDeA.
  • Der Deutsche Bildungsserver, der zentrale Internetwegweiser zum Bildungssystem, wird als Gemeinschaftsservice von Bund und Ländern am DIPF koordiniert.
  • Das FDZ Bildung am DIPF stellt qualitative Daten, insbesondere Audio- und Videodaten der Schul- und Unterrichtsforschung, sowie Instrumente (Skalen, Tests) zur Verfügung.
  • Das Institut betreibt das Fachportal Pädagogik, den zentralen Einstieg in die wissenschaftliche Fachinformation für Bildungsforschung, Erziehungswissenschaft und pädagogische Praxis.
  • Der interdisziplinäre DIPF-Arbeitsbereich „Technology Based Assessment“ erforscht und entwickelt neue Verfahren der technologiebasierten Kompetenzmessung.
  • Die DIPF-Abteilung „Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung“ ist ein Zentrum für die Historische Bildungsforschung und die größte pädagogische Spezialbibliothek in Deutschland.