Als zentrale wissenschaftliche Einrichtung der FernUniversität in Hagen verbindet CATALPA theoretisches Wissen mit praktischer Anwendung. So entstehen skalierbare Erkenntnisse und KI-gestützte Prototypen für Innovationen in der Hochschulbildung – u.a. zu Feedback, Selbstregulation, Assessments, Lehr-Lern- Konzepten und Gruppenprozessen.
Über 60 Wissenschaftler*innen arbeiten bei CATALPA interdisziplinär zusammen. Dabei betrachten sie praxisrelevante Fragestellungen aus dem Blickwinkel der Psychologie, Computerlinguistik und Bildungswissenschaft sowie der Informatik und Organisationssoziologie. Die gemeinsamen Wurzeln der CATALPA-Forschenden liegen in der Vision, allen Studierenden die individuell bestmögliche Unterstützung zu bieten.
Die über 70.000 Studierenden der FernUniversität in Hagen sind so divers in Alter, Herkunft und Bildungshintergrund wie an kaum einer anderen deutschen Hochschule. Wo, wenn nicht hier, ließe sich besser erforschen, wie digitale Systeme das Lehren und Lernen verbessern können?
Im Sinne eines Reallabors entstehen bei CATALPA Erkenntnisse aus der Praxis, die direkt wieder zurück in die Praxis fließen – sei es durch Interventionen, die Stereotypisierung abbauen oder durch technologische Weiterentwicklungen in digitalen Lernumgebungen. Die Auswirkungen und Potenziale von Bildungstechnologien werden in einem geschützten Rahmen realitätsnah erforscht und Prototypen durch die enge Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lernen und Innovation (ZLI) und dem Zentrum für Digi-talisierung und IT (ZDI) der FernUniversität in der Praxis erprobt.
Das Department Erziehungswissenschaft ist eine Einrichtung des Strukturbereichs Bildungswissenschaften der Humanwissenschaftlichen Fakultät der 1992 gegründeten Universität Potsdam. Die Ausrichtung des Departments ist empirisch-quantitativ mit einem Schwerpunkt auf den schulischen Bildungsbereich. Die auf individuelle, institutionelle und systemische Merkmale ausgerichtete Forschung des Departments fokussiert auf zentrale Herausforderungen im Bildungskontext. Hierzu zählen die Bedeutung von Bildungsungleichheiten und der adaptive Umgang damit im Bildungskontext, die Professionalisierung des pädagogischen Personals oder die Entwicklung innovativer und wirkungsvoller digital gestützter Lehr-Lernszenarien. Das Profil des Departments ist – dem Motto der Leibniz-Gemeinschaft theoria cum praxi entsprechend – durch eine nutzeninspirierte Grundorientierung gekennzeichnet, in der wissenschaftliche Erkenntnis und gesellschaftlicher Nutzen eng miteinander verknüpft sind. Entsprechend engagieren sich Mitglieder des Departments stark in der Gestaltung des Dialogs zwischen Wissenschaft, Bildungspraxis und Bildungspolitik. In der Lehre ist das Department für die bildungswissenschaftlichen Angebote in der Lehramtsausbildung zuständig. Darüber hinaus werden ein eigener Bachelorstudiengang sowie ab WS 2024 bzw. 2025 zwei Masterstudiengänge mit unterschiedlichen Schwerpunkten (Digitale Bildung, Bildungspsychologie und Bildungsforschung) angeboten.
Wichtige Arbeiten und Angebote:
- Mehrere Professuren des Departments sind in diversen Projektverbünden und in der Transferstelle im durch das BMBF geförderten Kompetenzverbund lernen:digital aktiv. Die Projektleitung inklusive der Geschäftsstelle der Transferstelle sind am Department verortet.
- Mehrere Professuren des Departments kooperieren mit Vertreterinnen und Vertretern der Leibniz-Institute im Rahmen der BMBF-Verbundprojekte „Schule macht stark“ und „Leistung macht Schule“.
- Das Department ist durch eine Professur am Exzellenzcluster „Science of Intelligence“ beteiligt, welcher durch die drei Berliner Universitäten verantwortet wird.
- Mehrere Professuren beteiligen sich als Lehrende an der IMPRS Research School LIFE, die durch das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin und drei internationale Universitäten getragen wird.
- Das Department setzt sich auf regionaler und überregionaler Ebene für den Erkenntnistransfer und eine evidenzbasierte Politikberatung ein. Hierzu zählen Mitgliedschaften im wissenschaftlichen Beirat des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, in den Gremien des Instituts für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg e.V., im wissenschaftlichen Beirat der Steuerungsgruppe „Feststellung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens im internationalen Vergleich“ mit und im Fachausschuss Bildung der UNESCO.
Primäre und sekundäre Herkunftseffekte an unterschiedlichen Gelenkstellen des Bildungssystems über den gesamten Verlauf der Sekundarstufe (MILES-HuGS) ist eines von fünf durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekten im Forschungsverbund Methodological Issues in Longitudinal Educational Studies (MILES), der vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. Olaf Köller koordiniert wird. Im Rahmen von MILES werden Daten aus den beiden umfassend instrumentierten Hamburger Längsschnittstudien LAU (Aspekte der Lernausgangslage und der Lernentwicklung) und KESS (Kompetenzen und Einstellungen von Schüler*innen) reanalysiert mit dem Ziel, methodische und substantielle Fragestellungen der längsschnittlichen Bildungsforschung vertiefend zu bearbeiten. Das Projekt MILES-HuGS fokussierte sich auf soziale Disparitäten im Bildungserfolg.
Das Projekt adressierte die Entwicklung sozialer Bildungsdisparitäten über den gesamten Verlauf der Sekundarstufe. Konkret werden primäre (leistungsbezogene) und sekundäre (leistungsunabhängige) Herkunftseffekte an den vier Bildungsübergängen nach der Grundschule, nach der Beobachtungsstufe, nach der Sekundarstufe I und am Ende der Sekundarstufe II komparativ analysiert. Dabei wurde untersucht, inwieweit sich primäre und sekundäre Effekte über die genannten Etappen der Bildungskarriere hinweg auch in Abhängigkeit schulformspezifischer Lernumwelten kumulieren und wie Veränderungen in der Bildungsnachfrage zwischen LAU und KESS mit der Entwicklung von Ungleichheitsmustern zusammenhängen.
Der Bildungserfolg hängt stark von den individuellen Lernvoraussetzungen von Schüler*innen ab – insbesondere in den MINT-Fächern. Adaptiver Unterricht, der explizit die individuellen Voraussetzungen berücksichtigt und personalisierte Lernmöglichkeiten bietet, gilt als vielversprechendes didaktisches Konzept, um produktiv mit Heterogenität umzugehen. Digitale Technologien unterstützen Lehrkräfte darin, adaptiven Unterricht effektiv zu gestalten, da sie ihnen innovative Möglichkeiten der Diagnostik und Differenzierung bereitstellen.
Trotz zahlreicher Leuchtturmprojekte im Bereich digitaler Bildung zeichnen sich bisherige Initiativen in der Lehrkräftebildung oft durch eine geringe Flächendeckung, eine unzureichende phasenübergreifende Kooperation und eine geringe Fachspezifität aus. Daher ist eine zentrale Fragestellung des Projektverbunds MINT-ProNeD: Wie können Lehrkräfte qualifiziert und gut ausgebildet werden, um digital gestützten adaptiven Unterricht zu realisieren?
Das Verbundvorhaben MINT-ProNeD hat die Etablierung eines integrativen Gesamtkonzepts für die MINT-Lehrpersonenbildung zum Ziel: in drei interdisziplinären und phasenübergreifenden Netzwerken (Fortbildungen, Unterrichtsentwicklung und -beratung, Future Innovation Hub) und einem querliegenden Arbeitsbereich Translation und Dissemination.
Kern des Projekts ist eine groß Panelbefragung, die “Corona und Du” (CoDu)- Studie. Diese untersucht den Bildungserwerb sozial-benachteiligter Kinder und Jugendlicher und Möglichkeiten zur Bewältigung der Folgen der Covid-19 Pandemie. Neben regelmäßigen Befragungen von Kindern unterschiedlicher Altersgruppen und deren Eltern wird mittels zweier Randomized Contol Trials (RCTs) untersucht , a) wie sich die Bereitstellung kostenloser E-Book-Reader für Kinder auf deren Leseverhalten und Leseleistungen auswirkt und b) ob Online Nachhilfe für Jugendliche aus SGB II-Familien ein geeignetes Instrument darstellt, um möglich Ungleichheiten in den Covid-19-bedingten Bildungslücken auszugleichen.
Ziel des Projektes „VideT: Den Forschungsprozess vermitteln – ein videobasiertes Transferinstrument für Schülerinnen und Schüler“ ist es, den Einfluss verschiedener Parameter auf das Verständnis von Forschungsprozessen und wissenschaftlichen Erkenntnissen, auf Einstellungen und auf die Glaubwürdigkeit von Wissenschaft und Forscher*innen zu klären. Um die Projektziele zu erreichen, werden in diesem interdisziplinären Verbundprojekt Kompetenzen aus den Natur- und Sozialwissenschaften sowie aus der Bildungsforschung zusammengeführt. Ziel ist es, in dem Verbundvorhaben ein videobasiertes Transferinstrument zur Vermittlung empirischer wissenschaftlicher Forschungsprozesse zu entwickeln und es prototypisch in Lernlaboren mit Schüler*innen zu erproben. Neben der Erprobung des Instrumentes in Schulen und Lernlaboren werden in der wissenschaftlichen Begleitforschung Parameter analysiert, die den Transfererfolg bedingen und beeinflussen. Thema der Videos ist die Forschung des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) zur Ökologie der Fledermäuse und zu den Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf diese Tiere.
Das BiB | Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung mit Sitz in Wiesbaden untersucht die Ursachen und Folgen des demografischen Wandels. In beratender Funktion steht das BiB seit seiner Gründung 1973 mit der Bundesregierung und den Bundesministerien in Kontakt und berät diese auf der Basis wissenschftlicher Forschung. Als Teil der beratenden Zusammenarbeit unterstützt das BiB die Bundesregierung bei der internationalen Zusammenarbeit in Bevölkerungsfragen im Rahmen der Vereinten Nationen. Die Information der Öffentlichkeit über den demografischen Wandel und die Forschungsergebnisse ist eine weitere wichtige Aufgabe.
Das Institut ist eine Ressortforschungseinrichtung des Bundes und gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern und für Heimat.
Wichtige Arbeiten und Aufgaben:
- Forschung: Forschung ist eine zentrale Aufgabe am BiB. Sie ist die Grundlage für fundierte Beratung und Information. Dazu gehört als Kernaufgabe die Dauerbeobachtung demografischer Trends. Weitere inhaltliche Schwerpunkte liegen in den drei Forschungsbereichen Familie und Fertilität, Migration und Mobilität sowie Demografischer Wandel und Alterung. Zusätzlich untersucht die im Jahr 2021 neu gebildete Forschungsgruppe Bildung und Humanvermögen die Bedeutung von Bildung für die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland. Ein Beispiel dazu bildet die Studie „Warum Kinder aus potenziell benachteiligten Familien seltener eine Kita besuchen – auch wenn sie einen Bedarf haben“ , welche im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt wurde.
- Politikberatung: Auf Basis der institutseigenen Forschungsergebnisse berät das Institut die Bundesregierung und die Bundesministerien. Auskunft, Interpretation demografischer Trends und die Erstellung wissenschaftlicher Expertise stellen dabei Kernkompetenzen in der Politikberatung dar. Auf der Ebene internationaler Zusammenarbeit im Rahmen der Vereinten Nationen, berät und unterstützt das BiB die Bundesregierung in Bevölerungsfragen.
- Information: In vielzähligen Publikationen veröffentlicht das BiB die Ergebnisse seiner Forschung. In über 430 Grafiken, Karten und Tabellen gibt das BiB regelmäßig Informationen heraus über demografische Fakten für Deutschland, Europa und die Welt.
In der Bund-Länder Initiative „Schule macht stark“, kurz SchuMaS, erarbeiten Wissenschaftler*innen aus 13 Institutionen in Zusammenarbeit mit insgesamt 200 Schulen Maßnahmen, um die Lernbedingungen und Leistungen von sozial benachteiligten Schüler*innen zu verbessern. Die Gemeinsamkeit der ausgewählten 200 Schulen besteht in der sozial herausfordernden Lage, in der sich die Schulen befinden, und den erschwerten Bedingungen für Unterrichten und Lernen, die damit einhergehen. Diese Bedingungen sind: Erhöhter Sprachförderbedarf, große Personalfluktuation, armutsgefährdete Elternhäuser. Auch die aktuelle Pandemiesituation bleibt dabei nicht ungeachtet.
Der tatsächliche Erfolg der Schüler*innen steht bei „SchuMaS“ im Vordergrund. Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, die Bildungschancen von sozial benachteiligten Schüler*innen zu verbessern und auf diese Weise soziale Ungleichheiten abzubauen.
Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Verbesserung von mathematischen Basiskompetenzen, die Lernmotivation und auch die sozialen Kompetenzen der Schüler*innen.
Bezogen auf die besonderen Anforderungsbereiche der Schulen stehen vier thematische Handlungsfelder im Vordergrund, für die in enger wissenschaftlicher und praktischer Zusammenarbeit individuelle Maßnahmen erarbeitet werden sollen. Diese sind:
- den Unterricht weiterzuentwickeln – mit einem besonderen Fokus auf Mathematik und Deutsch,
- das an den Schulen tätige pädagogische Personal noch gezielter zu qualifizieren und dabei die spezifischen Bedingungen von Schulen in sozial herausfordernder Lage in den Blick zu nehmen,
- die Schulen als Organisation, die Schulkultur und das Führungshandeln weiterzuentwickeln und
- das Lernen außerhalb des Unterrichts und die Unterstützung im sozialen Umfeld zu fördern.
In vier Regionalzentren des interdisziplinären Forschungsverbundes werden die 200 teilnehmenden Schulen in enger Kooperation mit den Landesinstituten, Agenturen zur Qualitätsentwicklung sowie den Schulaufsichtsbehörden bei der Meisterung ihrer Anforderungen beraten und unterstützt. Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation erfolgt durch weitere Arbeitsgruppen des Projektverbundes, aus dessen Ergebnissen nach fünf Jahren eine Handlungsempfehlung entstehen soll, die zur Handreichung an weitere Schulen in herausfordernden Lagen verwendet werden kann.
Die Bremer Initiative zur Stärkung frühkindlicher Entwicklung (BRISE) ist eine Langzeitstudie, die Effekte frühkindlicher Förderung systematisch untersucht. Frühkindliche Förderung von Kindern aus sozioökonomisch und kulturell benachteiligten Familien dient der Prävention von Disparitäten im kognitiven und sozialen Leistungsstand. Die Erfahrungen in Bremen unterstützen eine Politik der frühen Kindheit darin, allen Kindern gleiche Chancen zu eröffnen, sie in ihrer Entwicklung zu fördern, zu beteiligen und zu schützen.
Mit BRISE wird erstmals eine Langzeitstudie zu einem regional großflächig angelegten Förderprogramm durchgeführt. Alltagsintegrierte, zumeist bereits in Bremen vorhandene Angebote zur frühkindlichen und vorschulischen Förderung in den Familien und in den Kindertageseinrichtungen werden systematisch zu einer Maßnahmenkette verknüpft. Die Maßnahmenkette setzt bereits während der Schwangerschaft ein und reicht bis zum Schuleintritt des Kindes. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für insgesamt zwölf Jahre geförderte wissenschaftliche Begleitforschung von BRISE geht der Frage nach, welche kumulativen Effekte ein koordiniertes Förderprogramm auf die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung der Kinder hat. Als Vergleichsgruppe werden Kinder betrachtet, deren Familien nach eigenem Ermessen die Förderangebote in der Stadtgemeinde Bremen nutzen. Über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren wurden insgesamt 550 sozioökonomisch und kulturell benachteiligte Bremer Familien in die Stichprobe aufgenommen. Durch die Anbindung sowohl an das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) als auch an das Nationale Bildungspanel (NEPS) kann BRISE auf weitere hochwertige Vergleichsdaten zurückgreifen.
INSIDE liefert in zwei Projektphasen erstmalig umfassende und belastbare Informationen zur aktuellen Umsetzung von schulischer Inklusion in der Sekundarstufe I sowie zum Übergang von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Sekundarstufe II, in das berufliche Ausbildungssystem oder eine andere Lebenssituation. Mit Befragungen von verschiedenen, an Inklusion beteiligten Personengruppen wie Kinder und Jugendliche mit und ohne sonderpädagogische Förderbedarfe, Eltern, Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulbegleitungen schafft INSIDE eine fundierte Datengrundlage. Diese kann einerseits zur Schaffung einer Grundlage für politische Zielsetzungen zur Förderung von Inklusion im Schulalltag und am Übergang in Ausbildung und Beruf beitragen, andererseits wird sie der wissenschaftlichen Gemeinschaft für weitere Forschungszwecke zur Verfügung gestellt.