Mentale Gesundheit im Schulkontext

Das Projekt Mentale Gesundheit im Schulkontext ist als Kooperationsprojekt der Standorte Bochum/Marburg/Frankfurt in das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) eingebettet. Im Rahmen des Projekts wird eine Online-Plattform (Youth Mental Health Plattform) aufgebaut, die Kindern, Jugendlichen und Fachkräften den einfachen Zugriff auf bereichsübergreifende und spezifische Assessments und Methoden ermöglicht, die die mentale Gesundheit insbesondere im Schulkontext unterstützen. Der Fokus liegt darauf, einen Implementierungsrahmen für die erfolgreiche Verbreitung von evidenzbasierten Interventionen in Vorschule, Schule (und Klinik) zu entwickeln. Bedürfnisse von Jugendlichen mit psychischen Störungen im schulischen/klinischen Kontext werden im partizipativen Prozess mit verschiedenen Räten (Lebensumwelt Schule & Kita Rat, Jugend-Rat, Betroffenen und Angehörigen Rat) identifiziert und bereitgestellt.

Die Ziele der Youth Mental Health Plattform sind:

  1. Aufbau und Implementierung eines Netzwerks von pädagogischen Partnereinrichtungen und Beratungsstellen (Vorschulen, Schulnetzwerke, psychosoziale Einrichtungen) als Rekrutierungsbasis für epidemiologische, ätiologische und kontrollierte translationale Feldstudien,
  2. Aufbau einer lebendigen Datenbank (z. B. durch Interaktionsmöglichkeiten mit einem Chatbot) mit bereichsübergreifenden und spezifischen Assessments und Methoden,
  3. Entwicklung einer laufend aktualisierten Datenbank aller evidenzbasierten Interventionen für die Bereiche Kindergarten/Schule/Familie/(klinische und institutionelle Einrichtungen), sodass vielversprechende Präventions- und Interventionsansätze zur Förderung der psychischen Gesundheit in Bildungseinrichtungen durch Schulen/andere Schlüsselakteur*innen selbst abgerufen werden können sowie
  4. Entwicklung eines Implementierungsrahmens für die erfolgreiche Verbreitung von evidenzbasierten Interventionen in Vorschule, Schule (und Klinik).

VideoSRS

Das digitale Lernen mit Videos gewinnt im Bildungsbereich zunehmend an Bedeutung. Es stellt jedoch nicht nur eine Herausforderung für die Selbstregulierung der Lernenden dar, sondern auch für die Fähigkeit der Lehrenden, diese Selbstregulierungsprobleme zu erkennen. Das Projekt widmet sich diesem Problem an der Schnittstelle von Psychologie, Erziehungswissenschaft und Informatik. Dazu sollen mögliche Selbstregulierungsprobleme automatisch erkannt und Maßnahmen zu deren Unterstützung, etwa die Optimierung von Lehrvideos, entwickelt werden. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf dem Einsatz von Lehrvideos im Fach Mathematik bei verschiedenen Altersgruppen und Schwierigkeitsgraden.

INSIDE

INSIDE liefert in zwei Projektphasen erstmalig umfassende und belastbare Informationen zur aktuellen Umsetzung von schulischer Inklusion in der Sekundarstufe I sowie zum Übergang von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Sekundarstufe II, in das berufliche Ausbildungssystem oder eine andere Lebenssituation. Mit Befragungen von verschiedenen, an Inklusion beteiligten Personengruppen wie Kinder und Jugendliche mit und ohne sonderpädagogische Förderbedarfe, Eltern, Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulbegleitungen schafft INSIDE eine fundierte Datengrundlage. Diese kann einerseits zur Schaffung einer Grundlage für politische Zielsetzungen zur Förderung von Inklusion im Schulalltag und am Übergang in Ausbildung und Beruf beitragen, andererseits wird sie der wissenschaftlichen Gemeinschaft für weitere Forschungszwecke zur Verfügung gestellt.

MILES

Gemeinsamer Bezugspunkt dieses Netzwerkes sind die Hamburger Längsschnittstudien LAU (Aspekte der Lernausgangslage und Lernentwicklung) und KESS (Kompetenzen und Einstellungen von Schüler*innen), die ab 1995 von der Freien und Hansestadt Hamburg generiert wurden. In beiden Studien wurde eine komplette Jahrgangskohorte von der 5. Klasse bis zum Abitur bzw. Ende der beruflichen Erstausbildung längsschnittlich verfolgt. Zum Einsatz kamen neben Leistungstests Fragebögen zu Personmerkmalen, schulischen sowie unterrichtlichen Variablen und zum familiären Hintergrund der befragten Schulkinder.

LAU und KESS sind bislang überwiegend in deskriptiven Berichten dokumentiert sowie durch einige wenige vertiefende Analysen zu ausgewählten Fragestellungen. Wie bei vielen Datensätzen in der Empirischen Bildungsforschung ist auch das Analysepotential der LAU- und KESS-Daten bei Weitem nicht ausgeschöpft. Vor diesem Hintergrund gründete sich im Sommer 2012 das wissenschaftliche Konsortium MILES unter der Leitung von Prof. Dr. Olaf Köller. Auf Basis eines Vertrages zwischen der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) und dem IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik wurden die LAU- und KESS-Daten dem MILES-Konsortium für vertiefende wissenschaftliche Sekundäranalysen überlassen. Seit dem Winter 2012/13 erfolgte sukzessive der Transfer der Datensätze an das IPN, wo die Dokumentation der Studien überarbeitet und vervollständigt wurden. Es wurde außerdem eine neue Skalierung der Leistungsdaten mit dem Ziel eines über alle Messzeitpunkte und über beide Studien einheitlichen Skalierungsmodells vorgenommen. Daneben wurde mit RemoteMILES eine Infrastruktur geschaffen, die ein zentrales Vorhalten der Daten ermöglichte und Kooperationen zwischen den Konsortiumsmitgliedern bei der unmittelbaren Datenanalyse begünstigte. Parallel zu diesen Vorbereitungsarbeiten wurden im wissenschaftlichen Konsortium Fragestellungen identifiziert, diskutiert und ausgearbeitet, für deren Bearbeitung die LAU- und KESS-Daten ein besonderes Analysepotenzial bieten. Als inhaltliche Schwerpunkte hatten sich dabei Interventionen aus dem familiären Umfeld (Nachhilfe, Auslandsaufenthalte), Schuleffektivität und spezifische Unterrichtsmerkmale (v. a. bilingualer Unterricht) und die Entwicklung sozialer Disparitäten beim Bildungserfolg im Laufe der Schulzeit herauskristallisiert. Dazu wurden methodische Herausforderungen, die sich aus dem aufwendigen Studiendesign ergaben, begleitend oder explizit im Kern der Forschungsprojekte adressiert. Ergebnis dieses Austauschprozesses waren sieben Forschungsprojekte, die auf Basis der LAU- und KESS-Daten bearbeitet wurden.

Hector

Im Land Baden-Württemberg entstanden durch die finanzielle Förderung der Hector-Stiftung II seit dem Jahr 2010 rund 60 Hector-Kinderakademien zur Förderung besonders begabter und hochbegabter Grundschulkinder. Die wissenschaftliche Begleitung der Hector-Kinderakademien ist als formative Evaluation ausgelegt, so dass wichtige Erkenntnisse begleitender Untersuchungen unmittelbar in die Arbeit der Hector-Kinderakademien mit einfließen können.

Insgesamt soll untersucht werden, inwieweit die Hector-Kinderakademien zu einer positiven Entwicklung der besonders begabten und hochbegabten Grundschulkinder beitragen können. Darüber hinaus sollen aus den Ergebnissen generalisierbare Befunde zur Entwicklung und Förderung besonders begabter und hochbegabter Kinder abgeleitet werden.

Metadaten-Austausch

Zwischen der ZPID-Referenzdatenbank PSYNDEX und den am DIPF betriebenen Informationsinfrastrukturen „Deutscher Bildungsserver“ und „FIS Bildung Literaturdatenbank“ findet ein kontinuierlicher Metadaten-Austausch mit regelmäßigen Updates statt, der sich auf Fachinformationen und Publikationen aus der Pädagogischen Psychologie und ausgewählten Grundlagenfächern der Psychologie im deutschsprachigen Bereich bezieht.

Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID)

Das Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) ist die zentrale, überregionale Infrastruktureinrichtung für die Psychologie in den deutschsprachigen Ländern. Es unterstützt den gesamten wissenschaftlichen Arbeitsprozess von der Literaturrecherche und Studienplanung über die Datenerhebung und -auswertung bis hin zur Dokumentation, Archivierung und Publikation von Ergebnissen. Die Angebote des ZPID orientieren sich dabei an einem idealtypischen Forschungszyklus. 

Neben den Infrastrukturangeboten betreibt das ZPID Forschung in den Bereichen “Science Acceptance”, “Psychological Metascience” und “Big Data in Psychology”. 

Das ZPID ist dem Gedanken der Open Science verpflichtet und versteht sich als Public-Open-Science-Institut für die Psychologie.  

Wichtige Arbeiten und Angebote:

  • Das ZPID dokumentiert in der Fachdatenbank  PSYNDEX wissenschaftliche Publikationen aus der Psychologie und angrenzenden Disziplinen (z. B. Erziehungs- und Sozialwissenschaften) mit Bezug zur Bildungsforschung zugänglich über das Suchportal PubPsych.
  • In der Fachdatenbank PSYNDEX Tests dokumentiert das ZPID diagnostische Verfahren aus dem Bereich der Psychologie und verwandten Anwendungsbereichen (z. B. Pädagogik, Heilpädagogik, Logopädie), die für bildungsdiagnostische Fragestellungen genutzt werden können. Im Open Test Archive des ZPID werden einzelne Testverfahren für Forschungszwecke kostenfrei zur Verfügung gestellt.
  • Das Forschungsdatenzentrum (FDZ) am ZPID unterstützt Psycholog*innen dabei, ihre Forschungsdaten nachhaltig zu bewahren (Archivierung und Dokumentation) und der Fachgemeinschaft geregelt zur Verfügung zu stellen (Austausch). Dabei unterstützt das FDZ sowohl die forschungsbegleitende (DataWiz) als auch die nachgelagerte Dokumentation und Archivierung von Forschungsdaten über das Psychologie-Repositorium PsychArchives
  • Das Institut beteiligt sich an Forschungsarbeiten zum Monitoring der Bildungsforschung in Deutschland.
  • Im Forschungsbereich Science Acceptance wird untersucht, wie Menschen über Wissenschaft denken und Forschende sowie deren Erkenntnisse beurteilen. Dieser Bereich umfasst das „Science Reception Lab” um Jun.-Prof. Dr. Marlene Altenmüller, das „Social Influence Lab” des Direktors Prof. Dr. Kai Sassenberg und Forschungsprojekte um den Forschungskoordinator Dr. Tom Rosman.
  • Der Forschungsbereich Psychological Metascience fasst die Ergebnisse psychologischer Forschung zusammen, untersucht ihre Belastbarkeit und analysiert, wie Ergebnisse durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Der Bereich besteht aus dem Metascience Lab unter der Leitung von Jun.-Prof. Kinga Bierwiaczonek sowie aus Forschungsprojekten unter der Leitung von Dr. Tanja Burgard und Dr. André Bittermann.
  • Im Forschungsbereich Big Data in Psychology wird untersucht, wie theoriegestützte Forschung Big Data Methoden verbessern kann, und wie diese Methoden neue Erkenntnisse für die Psychologie liefern können. Der Bereich umfasst zur Zeit das Moral Computing Lab um Jun.-Prof. Dr. Frederic Hopp.

Universität Luxemburg

An dem assoziierten Mitglied “Universität Luxemburg” ist die Forschungsgruppe „Bildungsprozesse in modernen Gesellschaften“ angesiedelt bestehend aus Mitgliedern zweier bildungswissenschaftlicher Institute. Das Institute of Education and Society versammelt gesellschafts- und sozialwissenschaftliche Perspektiven auf Bildung und Bildungsprozesse (Bildungstheorie, -philosophie, -geschichte, -soziologie sowie Kulturwissenschaften). Das Hauptinteresse gilt der Bildungspolitik, den Bildungssystemen sowie den Bildungsprozessen unter Berücksichtigung kultureller, politischer und ökonomischer Kontexte. Eine besondere Bedeutung kommt dabei einer nationenübergreifenden und einer international- und historisch-vergleichenden Perspektive zu. Gegenstände für quantitative und qualitative, historische und institutionenfokussierte Analysen sind Bildungspolitiken und die Entwicklung von Bildungssystemen und Institutionen sowie Erziehungs- und Bildungsprozesse, Lehren und Lernen in und außerhalb von Bildungsinstitutionen.

Aktivitäten:

Die Aktivitäten der Forschungsgruppe umfassen die Herausgabe von Zeitschriften und Bücherserien, Beiträge in der nationalen Bildungsberichterstattung (Deutschland, Luxemburg), die Organisation internationaler Fachtagungen, die Bildungsberatung und -evaluation in diversen Ländern sowie Beiratsmitgliedschaften.

Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache

Das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache ist ein Institut der Universität zu Köln, das 2012 durch die Stiftung Mercator initiiert und bis 2024 von ihr gefördert wurde. Das Mercator-Institut setzt sich für eine mehrsprachige Bildung und Gesellschaft ein. Es will sprachliche Bildung in mehrsprachigen Lehr-Lern-Kontexten erforschen und verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, forscht es zu bestehenden Desideraten im Feld Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung und bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse gezielt für Zielgruppen aus der Bildungspraxis, der Bildungsadministration, Bildungspolitik sowie Wissenschaft auf. Es entwickelt innovative Konzepte, Maßnahmen und Instrumente für sprachliche Bildung sowie die Professionalisierung von Personal in Hochschulen, Schulen und außerschulischen Kontexten im Feld (mehr-)sprachlicher Bildung. Es bildet regional Lehramtsstudierende aus und professionalisiert bundesweit Personal in Kitas, Schulen und der Erwachsenenbildung. Mit seiner Forschung und seinen wissenschaftlichen Serviceleistungen zu sprachlicher Bildung in einer mehrsprachigen Gesellschaft trägt das Mercator-Institut zu mehr Chancengleichheit im Bildungssystem bei.

Wichtige Arbeiten und Angebote:

Forschung: Das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache erforscht und entwickelt in vielfältigen Projekten Konzepte, Instrumente und Maßnahmen für sprachliche Bildung. Es forscht praxisnah und anwendungsorientiert zu aktuellen und gesellschaftlich relevanten Fragen sprachlicher Bildung von der Kita bis zum Übergang in den Beruf. Es bearbeitet in seiner Forschung die gesamte Breite und Komplexität der sprachlichen Bildung: Es nimmt dabei die Wirkungskette von der Forschung über die Aus- und Fortbildung der Fach- und Lehrkräfte, die Rahmenbedingungen in den verschiedenen Bildungsinstitutionen, die Implementation in der Bildungspraxis sowie die Wirkung bei den Kindern und Jugendlichen in den Blick. Die Forschungsschwerpunkte liegen auf sprachlichen Lern- und Entwicklungsprozessen, der Unterrichtsforschung sowie der Lehrkräftebildung und Professionalisierung. Die Projektteams nutzen sowohl qualitative als auch quantitative Methoden und sind interdisziplinär besetzt. Das Institut bietet zudem forschungsbasierte Dienstleitungen an.

Entwicklung: Das Mercator-Institut berät Akteur*innen aus der Bildungspraxis und Bildungsadministration auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Entwicklungs- und Implementationsprozessen im Kontext von Mehrsprachigkeit und sprachlicher Bildung. Fokussiert werden dabei beispielsweise Curricula oder Umsetzungsmöglichkeiten sprachlicher Bildungskonzepte. Dadurch will es dazu beitragen, systemische Veränderungen im Sinne einer durchgängigen Sprachbildung über alle Bildungsetappen und -institutionen hinweg zu initiieren.

Qualifizierung: Für die Professionalisierung von Personal in Kitas, Schulen und der Erwachsenenbildung kooperiert das Mercator-Institut mit Institutionen auf regionaler, aber auch Landes- und Bundesebene, um entsprechende Konzepte und Maßnahmen zu entwickeln sowie umzusetzen. Aufgrund zeitlich begrenzter Ressourcen bei gleichzeitig großem Professionalisierungsbedarf werden von den unterschiedlichen Bildungsakteur*innen zunehmend (Weiter-)Qualifizierungsangebote nachgefragt, die zeitlich und räumlich individuell bearbeitet werden können. Das Mercator-Institut entwickelt daher auch digitale Lernressourcen, die eigenständiges Lernen mit digitalen Materialien ermöglichen und sich in der Verbindung mit Präsenzveranstaltungen als Blended-Learning-Angebote einsetzen lassen.

Transfer: Für sprachliche Bildung ist eine Vielzahl von Agierenden zuständig: von Trägerorganisationen der Kinder- und Jugendhilfe über Kitas und Schulen bis hin zu Ministerien und Behörden auf kommunaler und Landesebene. Mit seinen Publikationen und Veranstaltungen fördert das Mercator-Institut den Transfer guter Praxis und wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Bildungspolitik, Bildungsverwaltung wie auch die Bildungsinstitutionen selbst. Darüber hinaus steht es Journalist*innen als Ansprechpartner für Themen der sprachlichen Bildung zur Verfügung. Der Forschungsstand zu aktuellen und gesellschaftlich relevanten Fragen in Bezug auf Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung wird analysiert und anschließend in unterschiedlichen Formaten aufbereitet.

Nachwuchsförderung: Am Mercator-Institut gibt es verschiedene Maßnahmen, um wissenschaftliche Mitarbeiter*innen in der Qualifizierungsphase zu fördern. Dazu zählt die AcadeMI, ein Netzwerk von Forschenden, die sich selbstkoordiniert und in regelmäßigen Abständen treffen, um den Peer-Austausch am Mercator-Institut voranzutreiben und sich gegenseitig bei der eigenen Qualifizierung zu unterstützen. Im Rahmen der AcadeMI haben sich einige Mitarbeiter*innen mit gemeinsamen Forschungsinteressen zu internen Forschungsgruppen zusammengeschlossen. Zudem gibt es ein Mentoring-Programm.

Forschungsdaten am Mercator-Institut:

In der Forschungsdatenbank Lernertexte (FD-LEX) stehen Bildungsforschenden knapp 10.000 Texte von Schüler*innen verschiedener Altersstufen zur Verfügung, die in unterschiedlichen Schreibprojekten erhoben wurden. Für eigene Forschungsprojekte können Transkripte und handschriftliche Originale sowie anonymisierte Metadaten der Untersuchungsteilnehmenden genutzt werden.

LIN | Leibniz-Institut für Neurobiologie

Das LIN | Leibniz-Institut für Neurobiologie ist eines der international führenden Hirnforschungszentren. Gemäß seiner Gründungskonzeption und Satzung betreibt das LIN Grundlagenforschung auf dem Gebiet der erfahrungsabhängigen Neuroplastizität. Die Mission des Institutes besteht im Studium der Mechanismen von Lernen und Gedächtnis sowie deren krankhafter Störungen auf allen Ebenen der Hirnorganisation. Es ist einzigartig in seinem multidisziplinären Ansatz, unter einem Dach tier- und humanexperimentelle Lernforschung parallel und komplementär durchzuführen.

Das zugrundeliegende Forschungskonzept betrachtet Lernen als ganzheitlichen Prozess im Gehirn, der integrativ untersucht wird. Die wissenschaftliche Arbeit am LIN ist daher in drei Hauptprogrammschwerpunkte gegliedert, die den molekularen und zellulären Mechanismen von Neuroplastizität und Neuromodulation (FP1), dem Lernen auf systemischer Ebene (FP2) sowie den Störungen von Lernprozessen (FP3) gewidmet sind. Innovative neue Projekte, insbesondere getragen durch multidisziplinäre Zusammenarbeit von Nachwuchs­wissenschaftler*innen, und strukturbildende Maßnahmen bilden den 4. programmungebundenen Forschungsschwerpunkt.

Forschungsziele von großer gesellschaftspolitischer Relevanz sind:
  • Die Entschlüsselung der neurobiologischen Mechanismen von Lernen,
  • Besonderheiten von juvenilem Lernen und frühkindlicher Bildung,
  • Erforschung von physiologischem und Verbesserung von gestörtem Alterslernen (in Zusammenarbeit mit dem DZNE Magdeburg) sowie
  • technische Simulation von Hirnprozessen bis hin zur interaktiven Neuroprothetik und Mensch-Maschine-Interaktion.

Das LIN ist ein Eckpfeiler des Magdeburger Wissenschaftscampus „Center for Behavioral Brain Sciences“ (CBBS). Es unterhält langjährige intensive Kooperationsbeziehungen mit der Otto-von-Guericke-Universität sowie mit einer großen Zahl von in- und ausländischen Forschungseinrichtungen und ist gastgebend für mehrere internationale Tagungen und Symposien, wie bspw. des Magdeburg International Neurobiological Symposium “Learning and Memory: Cellular and Systemic Views“.

Das Institut gliedert sich in Abteilungen, unabhängige Forschungsgruppen und Speziallabore, die tragend für die technologische Weiterentwicklung des Hauses sind. Die Förderung und postgraduale Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist eine wichtige Aufgabe des Institutes. Seine Wissenschaftler*innen sind auch in der studentischen Lehre aktiv, z.B. im internationalen Studiengang „Integrative Neuroscience“.