Ada*Q

Ziel des Forschungsprojekts „Adaptivität und Unterrichtsqualität im individualisierten Unterricht“ (Ada*Q) ist es, gemeinsam mit den Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises der Robert-Bosch-Stiftung wissenschaftliche Erkenntnisse und praxisrelevantes Wissen zum produktiven Umgang mit Heterogenität im Unterricht zu generieren.

Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses steht die Adaptivität des Unterrichts. Das heißt, es soll untersucht werden, inwieweit Unterrichtskonzepte der Differenzierung und Individualisierung dazu beitragen können, eine möglichst gute Passung zwischen dem Unterrichtsangebot der Lehrenden und den individuellen Lernvoraussetzungen der Schüler*innen herzustellen. Dabei soll auch untersucht werden, welche Bedeutung Unterrichtsqualität für diese Passung hat.

Projektflyer

Erwerb geometrischen Wissens

Wie entwickeln sich grundlegende geometrische Kompetenzen?

Im Projekt des Leibniz-Kompetenzzentrums Frühe Bildung steht die Förderung grundlegender geometrischer Kompetenzen von Kindern im Vorschul- und frühen Schulalter im Mittelpunkt. Dabei soll das Erkennen und Kategorisieren geometrischer Figuren sowie die Navigation im Raum fokussiert werden. Die übergeordnete Fragestellung ist, wie diese grundlegenden geometrischen Kompetenzen gefördert werden können und welche Rolle die sprachliche Interaktion dabei spielt. Zudem soll der Frage nachgegangen werden, ob sich eine Förderung geometrischer Kompetenzen auf die Verarbeitung von Mengen und Zahlen bzw. auf arithmetische Fertigkeiten auswirkt.

Frühe naturwissenschaftliche Bildung

Wie entwickeln sich grundlegende naturwissenschaftliche Kompetenzen?

Phänomene beobachten, Vermutungen aufstellen, Vergleichen, Messen und Hypothesen überprüfen – bislang gibt es wenig Erkenntnisse über die Wirkung solcher grundlegender naturwissenschaftlicher Kompetenzen (Denk- und Arbeitsweisen) auf die weitere Lernentwicklung im frühen Kindesalter. Ziel des Projektes aus dem Leibniz-Kompetenzzentrum Frühe Bildung ist es zu untersuchen, inwieweit sich die Förderung dieser Kompetenzen auf den Erwerb neuen Wissens auswirkt. In der Studie werden verschiedene Interventionen verglichen, in denen die Anteile zu naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen systematisch variiert werden. Die übergeordnete Fragestellung ist, inwiefern das verfügbare Wissen über Denk- und Arbeitsweisen die Entwicklung von konzeptuellem Wissen unterstützt, z.B. zu den Bereichen Magnetismus, Schwimmen und Sinken oder Aggregatzustände.

Entwicklungszusammenhänge

Welche Zusammenhänge bestehen zwischen allgemein-kognitiven Fähigkeiten und domänen-spezifischen Kompetenzen?

Das Projekt aus dem Leibniz-Kompetenzzentrum Frühe Bildung untersucht in Kooperation mit der Universität Bamberg frühe Wurzeln der Kompetenzentwicklung. Speziell analysiert werden Zusammenhänge zwischen allgemein-kognitiven Fähigkeiten (Fähigkeiten der Informationsverarbeitung, exekutive Funktionen) und der domänen-spezifischen Kompetenzentwicklung (sprachliche, mathematische Kompetenzen) in der frühen Kindheit. Der Rolle von Sprache und Sprachentwicklung wird dabei besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Dies ist nicht zuletzt für Förderungen von besonderer Bedeutung, da Sprache sowohl wichtiges Vermittlungs- und Kommunikationsmittel als auch ein zentrales Repräsentationsmittel darstellt. Im Projekt werden zwei Schwerpunkte gesetzt, die mit Hilfe bestehender Längsschnittstudien (NEPS, BiKS) analysiert werden. Zum einen wird der Einfluss früher Fähigkeiten und Einflussfaktoren im Alter von 7 und 16 Monaten auf die spätere Kompetenzentwicklung in der Kita untersucht. Den zweiten Schwerpunkt bildet die Frage nach dem Zusammenhang zwischen sprachlichen, kognitiven und mathematisch-naturwissenschaftlichen Fähigkeiten beim Übergang von der Kita in die Grundschule.

COLD

Nur wer gut Deutsch kann, hat die Möglichkeit an der Schule, am Alltag und Berufsleben teilzuhaben. Bei dem Erlernen der Sprache spielen die Lehrenden eine wichtige Rolle, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten. Über welche Fähigkeiten und welches Wissen sie verfügen, wie sie ihren Unterricht gestalten und ob es Unterschiede zwischen Lehrkräften an Schulen und in der Erwachsenenbildung gibt – das untersucht das Projekt COLD (Competencies of school teachers and adult educators in teaching German as a second language in linguistically diverse classrooms). Das Verbundprojekt wurde gemeinsam vom DIE und dem MI initiiert und wird vom DIE geleitet. 

Von April 2019 bis März 2022 erfassen Forschende die professionellen Kompetenzen von Lehrkräften in Schule und Erwachsenenbildung beim Unterrichten von Deutsch als Zweitsprache in sprachlich heterogenen Lerngruppen. Das Projekt adressiert somit die besonderen Anforderungen an Lehre und Didaktik, die bildungsbereichsübergreifend durch neu zugewanderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene entstanden sind. Die Untersuchungen finden im realen Unterrichtskontext mit Lehrkräften in Vorbereitungsklassen und Integrationskursen statt.

Das interdisziplinäre Projektteam umfasst Expert*innen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung, der Fachdidaktik Deutsch/Deutsch als Zweitsprache, der empirischen Bildungsforschung, der Linguistik, der Computerlinguistik und der Psychologie. Ein besonderes Gewicht liegt mit der überwiegenden Besetzung der Projektstellen mit Promovierenden auf der Nachwuchsförderung.

Methodenpool für sprachsensiblen Fachunterricht

Im Rahmen des Projekts wurde ein Online-Tool entwickelt, mit dem Lehramtsstudierende und Lehrkräfte aller Fächer und Schulformen didaktische Methodenvorschläge für den sprachsensiblen Unterricht kostenlos gezielt suchen und herunterladen können. In den Handreichungen wurden dabei nicht nur die Methoden selbst erläutert, vermittelt wurden darüber hinaus Variationsmöglichkeiten und Hinweise zum Einbezug von Mehrsprachigkeit.

Nutzende des Online-Tools konnten die Methoden nach dem zu fördernden sprachlichen Kompetenzbereich, der zu fördernden Sprachhandlung, der Altersgruppe der Schüler*innen, dem zeitlichen Rahmen sowie nach der Sozialform der geplanten Unterrichtseinheit filtern. Je nach Passung zu diesen Kriterien erschienen die angebotenen Methoden größer, kleiner oder gar nicht.

Der Methodenpool ist auf Website des MI verfügbar.

Das Vorhaben knüpfte an Vorarbeiten des DIE an, in dem eine Kursplanungsapp für den Bereich der Weiterbildung entwickelt wurde. Die dabei gewonnene Expertise wurde genutzt, um Studierenden und Lehrkräften ein niedrigschwelliges Angebot zur Planung eines sprachsensiblen Unterrichts zur Verfügung zu stellen.

KANSAS

In diesem Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird die webbasierte Suchmaschine KANSAS entwickelt, erprobt und evaluiert. KANSAS soll Lehrkräfte in Kursen der Alphabetisierung und Grundbildung sowie Deutsch als Zweitsprache bei der Unterrichtsvorbereitung unterstützen. Mit KANSAS wird es Lehrenden möglich sein, sowohl das Thema als auch die sprachliche Komplexität von Texten zu bestimmen, die im Internet bzw. in digitalen Textsammlungen gesucht werden sollen. Durch Berücksichtigung des thematischen Interesses sowie des aktuell vorhandenen Kompetenzniveaus Lernender kann die Suchanfrage somit genau auf die Bedürfnisse der Kursteilnehmenden abgestimmt werden. Darüber hinaus können Lehrkräfte mit Hilfe von KANSAS selbst erstellte Texte auf ihre sprachliche Komplexität hin überprüfen. Um auch fortgeschrittenen Lernenden eine selbstständige Recherche von sprachlich angemessenen Texten zu ermöglichen, soll zusätzlich eine vereinfachte Version von KANSAS entwickelt werden.

Das Projekt KANSAS wird in interdisziplinärer Zusammenarbeit der drei Kooperationsmitglieder unter Leitung des DIE realisiert. Das DIE führt Usability-Studien und (quasi-)experimentelle Untersuchungen zur Wirksamkeit der Suchmaschine durch. Das MI prüft die mit KANSAS recherchierten Texte hinsichtlich ihrer fachdidaktischen Eignung. Die Theoretische Computerlinguistik der Universität Tübingen setzt die Suchmaschine KANSAS technisch um. Gemeinsam wird KANSAS in mehreren Entwicklungsversionen optimiert.

INSIDE

In dem Kooperationsprojekt des Leibniz‐Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi), des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) und der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • In welcher Weise wird schulische Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland umgesetzt?
  • Unter welchen Bedingungen führt Inklusion zu einer erfolgreichen individuellen Entwicklung von Schüler*innen mit sonderpädagogischen Förderbedarf (SPF) und welche Effekte hat die inklusive Beschulung auf deren nicht förderbedürftige Klassenkamerad*innen
  • Wie werden Unterrichtsprozesse entsprechend der individuellen Lernausgangslagen adaptiv und differenziert gestaltet?

Die Beantwortung erfolgt unter besonderer Berücksichtigung der verschiedenen Gewährleistungen der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK). Zudem wird das Projekt durch Beteiligte aus der Zivilgesellschaft (Entscheidungstragende, Praktiker*innen, Interessensvertretungen) begleitet. In einem ersten Schritt werden Schulleitungen der verschiedenen Schularten im Sekundarbereich im Rahmen einer Onlineerhebung befragt. Daraus erfolgt eine gezielte Auswahl von Schulen, deren Schüler*innen im zweiten Schritt über mehrere Jahre hinweg begleitet werden. Geplant sind hier Kompetenztestungen und Fragebogen für die Schülerschaft, Fragebogen für Schulleitungen und Lehrkräfte sowie eine telefonische Elternbefragung. Darüber hinaus wird eine vertiefende Untersuchung der Unterrichtsgestaltung durch den Einsatz von Unterrichtstagebüchern erfolgen.

PISA Plus

Es handelt sich bei PISA Plus um eine längsschnittliche Ergänzung zu PISA 2012, bei der Schüler*innen-Kompetenzen noch einmal nach einem Jahr erhoben wurden. Verwendet wurden dabei neben PISA-Aufgaben auch Aufgaben aus dem Kompetenz-Test zu den Bildungsstandards.

Mit der Studie sollten Erkenntnisse über relevante Einflussfaktoren der Kompetenzentwicklung von schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen gewonnen werden, sowie die Entwicklung und Validierung von Methoden zur Datenauswertung (Stichprobendesign, Skalierung von Leistungsdaten) vorangetrieben werden.

Folgenden inhaltlichen Fragen in Bezug auf die Schüler*innen wurde dabei vertieft nachgegangen:

  • Welche differenziellen Kompetenz- bzw. Wissenszuwächse zeigen sich bei PISA-Tests und den Tests zur Überprüfung der Erreichung der Bildungsstandards innerhalb eines Schuljahres?
  • Welche Wirkung haben Klassenwiederholungen auf die Entwicklung (mathematischer) Kompetenz?
  • Welche Unterrichtsmerkmale wirken sich auf die Leistung und die motivationale Entwicklung der Lernenden aus?
  • Gibt es reziproke Zusammenhänge zwischen Kompetenzmaßen, motivationalen Merkmalen und Interessen?
  • Welche (differentiellen) Auswirkungen haben Merkmale des sozialen und zuwanderungsbezogenen Hintergrunds beim Kompetenzerwerb?
  • Welche Effekte zeigen Faktoren der Schulebene (Schulkultur, Kooperation von Lehrkräften, soziale Komposition, Schulform) auf Unterrichtsgestaltung und Outcome bei der Schüler*innen-Kompetenz?

Niemanden zurücklassen

Die Zielsetzungen des Projekts “Lesen macht stark – Grundschule” sind

  • das frühzeitige Erkennen der Kinder mit Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb
  • die Ableitung individueller Förderung, basierend auf den diagnostischen Erkenntnissen
  • die Dokumentation der Lernentwicklung für Elternarbeit und Förderplanarbeit mit Fachkräften
  • die Prävention von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten

Hierzu entwickelt das MI gemeinsam mit dem IPN und dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH) in Zusammenarbeit mit dem Cornelsen-Verlag ein zweigliedriges Arbeitsmaterial aus Heften jeweils für Schüler*innen und Lehrkräfte zur Diagnostik und Förderung von Lese- und Schreibkompetenz in der Grundschule. Die beteiligten Lehrkräfte werden in regelmäßigen regionalen Fortbildungsveranstaltungen auf die Durchführung der einzelnen Meilensteine vorbereitet, die daraus abgeleiteten Fördermaßnahmen werden thematisiert und Erfahrungen ausgetauscht.